Vlad Ich habe kürzlich die Lektüre eines Buchs beendet, das ich ohne zu zögern als das schrecklichste meines bisherigen Lebens bezeichnen würde (schrecklich nicht im Sinne von schlecht, sondern von grauenhaft bewegend). Die Rede ist von C.C. Humphreys "Vlad", in dem - basierend auf historischen Fakten und frei von sämtlichen Vampirmythen - die wahre Geschichte von Vlad "dem Pfähler" Dracula erzählt wird, beginnend mit seiner Jugend als türkische Geisel über seine "Karriere" als walachischer Prinz, Glaubenskrieger und berüchtigter Pfähler bishin zum wenig ruhmreichen Ende. Selten hat ein Buch so widersprüchliche Gefühle in mir ausgelöst: Ich war so gebannt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte, habe aber viele Seiten übersprungen und war des öfteren kurz davor, die Lektüre zu beenden. Einmal habe ich das gemacht, was normalerweise nur bei hochspannenden Kinofilmen vorkommt: Ich habe die Augen geschlossen, um die nächsten Zeilen nicht lesen zu müssen. Es hat mich abgestoßen und zugleich unbeheuer fasziniert, dass es dem Autor irgendwie gelungen ist, Mensch und Monster im Protagonisten gleichermaßen am Leben zu erhalten. Dieser widert an - und stimmt im nächsten Atemzug doch mitleidig. Man will ihn stoppen, aber man will auch nicht, dass seine Feinde es tun. Man graust sich vor seinen Taten und wird dennoch von seiner Liebesgeschichte berührt. Letzterer kommt freilich leider auch kaum Erlösendes zu - sie reflektiert vielmehr ein Grundthema des Buchs: Wie eine eigentlich stolze, starke, das beste wollende Seele in einer grausamen Epoche langsam zugrunde geht. Fazit: Ich weiß nun mehr über die Hinrichtungsmethode des Pfählens, als ich jemals wissen wollte. Aber ich habe auch viel darüber gelernt, wie man einen Roman schreibt, in dessen Mittelpunkt keine Sympathiefigur, nicht mal ein Antiheld oder Unsympath, sondern schlichtweg ein Ungeheuer steht. Danach, selber mal so etwas zu schreiben, steht mir zugegebenermaßen allerdings wenig der Sinn. Frankfurter Rundschau Neues Cover Das Cover von Leah Cohns zweitem Buch ist da. Große Überraschungen gibt es keine, ist es doch - als Cover eines Fortsetzungsbands - stark an das vom "Kuss des Morgenlichts" angelehnt. Nebst bekanntem Engelflügel und junger Frau wurde lediglich ein alternatives Hintergrundbild verwendet, und dem Titel "Der Fluch der Abendröte" entsprechend ist die Grundfarbe natürlich nicht Petrol, sondern ein weinroter Ton. Mir gefällt es - sobald es die üblichen Wege durch den Verlag genommen hat, werde ich es selbstverständlich auch hier präsentieren. Interviews und Lizenzen CORINE 2010 Heute erreichte mich eine großartige Nachricht: Die Preisträger der CORINE 2010 stehen fest - und ich bzw. "Carla Federico" erhalte den Klassik Radio Publikumspreis. Die Preisverleihung findet am 23. November im Münchner Cuvilliés-Theater statt und wird auch im Fernsehen übertragen. Mehr Informationen zur CORINE finden Sie hier. Rezension und Interview Im Online-Magazin für Historische Romane, histo-couch.de, ist eine Rezension zu Carla Federicos "Im Land der Feuerblume" erschienen, nachzulesen hier. Zu finden gibt's dort auch ein neues Interview mit mir, in dem es um mich, mein Schreiben und konkret die Chile-Saga geht. Blogbeiträge November 2009 |