Startseite

Bücher Biografie Blog Presse FAQ Termine Links

Kontakt


Blogbeiträge Oktober 2009

28. Oktober

Die Päpstin

Wenn es ein historischer Stoff auf die Leinwand schafft, ist ein Kinobesuch natürlich Pflichttermin für mich. Gestern sah ich darum "Die Päpstin" - eine epische, bildgewaltige Verfilmung des legendären Lebens der Johanna von Ingelheim, die mir sehr gut gefallen hat. Was mich besonders begeisterte: Zum einen war der Kinosaal fast bis auf den letzten Platz besetzt (und derer standen immerhin ca. 500 zu Verfügung), was beweist, dass das Interesse an der Geschichte im Allgemeinen und der von herausragenden Frauenfiguren im Speziellen ungebrochen ist. Zum anderen freute es mich, dass es das 9. Jahrhundert war, das auf der Leinwand lebendig wurde - ist das Frühmittelalter doch eine meiner Lieblingsepochen.

Betrachtet man die Fülle an historischen Romanen, wir diese Zeit etwas stiefmütterlich behandelt: Das Mittleralter wird gemeinhin mit Hexen und Inquisitoren, Burgen und Ritterspielen assoziiert - nichts, was man in dieser frühen Zeit findet. Stattdessen hat man es hier mit brandschatzenden Normannen zu tun, einem noch sehr lebendigen Heidentum, einem Papst, der noch lange nicht höchste Autorität der Christenheit ist, sondern einfach nur Bischof von Rom, und einer Landkarte, die wenig mit dem modernen Europa gemein hat: Fast monatlich verschieben sich die Grenzen von West- und Ostfrankenreich - je nachdem, wie viele Söhne der König hinterließ, die um das Erbe streiten.

Mich fasziniert vor allem die Gleichzeitigkeit von Aufbruch und Niedergang in dieser Epoche, das Zusammenprallen von verschiedenen Kulturen, das Chaos, das daraus hervorging, aber auch das Neue, das es mit sich brachte und das dem späteren Mittelalter seine Prägung gab. Außerdem ist diese Zeit für mich persönlich natürlich auch die Zeit von Judith und Balduin - den Protagonisten aus meinem "Geständnis der Amme", die in etwas zeitgleich mit Johanna von Ingelheim lebten und die sich - nicht zuletzt aufgrund ihrer Reise nach Rom - in nahezu identen Szenerien bewegten.


23. Oktober

Warten

90 Prozent des Schauspielerberufs würde aus Warten bestehen, sagte ein Vertreter dieser Zunft, Armin Rohde, kürzlich in einem Interview. Und genau für dieses Warten ließe er sich bezahlen. Spielen würde er gerne auch gratis - warten aber eben nicht.

Ganz so extrem wie in der Schauspielerei ist es bei Autoren nicht - zumindest kann ich nicht behaupten, 90 Prozent meiner Arbeitzeit damit zu verbringen, der Inspiration zu harren. Wenn es so wäre, hätte ich wohl schon aufgehört zu schreiben. Dennoch ist das Warten müssen auch für unsereins ein vertrautes Phänomen. Nicht umsonst heißt es, dass man in diesem Beruf einen langen Atem haben und jede Menge Ausdauer mitbringen müsste. Denn eigentlich warten Autoren und solche, die es werden wollen, ständig auf irgendetwas: Darauf, dass wir nach langem Üben endlich das Buch schreiben, das wir schreiben wollen. Darauf, dass wir einen Vertag mit einer Agentur und später einem Verlag abschließen können. Darauf, dass sich der Testleser meldet. Darauf, dass das Buch erscheint. Darauf, dass es erste Leserfeedbacks gibt. Darauf, dass auf den ersten Buchvertrag ein zweiter folgte, auf diesen ein dritter und so weiter und so fort...

Erfahrungsgemäß erstrecken sich diese "Wartezeiten" nicht über ein paar Stunden, sondern über Wochen, Monate, manchmal sogar Jahre. Und wenn die eine Ziellinie seufzend überschritten wurde, winkt irgendwo in der Ferne die nächste. Nicht zuletzt darum rate ich jedem angehenden Autorenkollegen: Überleg dir nicht, ob du genügend Schreibtalent mitbringst - überleg dir, ob du geduldig genug bist!
Ich muss allerdings gestehen, dass ich selbst diesbezüglich nicht immer mit leuchtendem Beispiel vorangehe und manchmal nur allzu gerne an den Uhren von Verlagswesen und Buchbranche drehen würde.

In einem konkreten Bereich meiner Arbeit werde ich nicht umhin kommen, auch weiterhin zu warten - wenngleich das nunmehr leichter fällt, da jetzt der Zeithorizont endlich endgültig abgesteckt ist. Die Rede ist von der Veröffentlichung meines ersten Kinderbuchs: Nachdem der Erscheinungstermin aus verlagsinternen Gründne mehrmals nach hinten verschoben wurde, steht er nun endlich fest - im Herbst 2011 ist es so weit. Bis dahin dauert es zwar auch noch eine gute Weile, aber die lässt sich ganz gut vertreiben: Mit anderen Publikationen, die im April und Juli nächsten Jahres anstehen - und natürlich mit...Schreiben.


18. Oktober

Buchmesse

Die "Heiligen Hallen" sind dem Publikum zwar auch heute noch geöffnet, für mich ist die Buchmesse aber schon gestern mit meinem letzten von diversen Terminen zuende gegangen: Gesprächen mit Agenten, Lektorinnen und Verlagsleuten, Treffen mit Autorenkollegen und einer Party.

Ich muss gestehen: Jedes Mal, wenn ich die Stätte dieses größten "Buchbranche-Meetings" betrete, fühle ich mich ein wenig erschlagen - nicht nur von den sich durch die Hallen und Gänge schiebenden und wühlenden Menschenmassen, sondern von der Fülle an Büchern. Zuhause am Laptop ist man ganz allein in seiner "Romanwelt". Hier taucht man nun in ein ungleich größeres Universum ein, bei dem das je eigene auf die Größe eines Sandkorns zu schrumpfen scheint und man wie ein Maulwurf blinzelt, der von seinen heimeligen unterirdischen Gängen plötzlich ins grelle Sonnenlicht tritt. Da möchte ich mich fast einem bekannten Schriftsteller (dessen Namen mir leider entfallen ist) anschließen, der meinte, er würde sich von der Buchmesse weniger zum Schreiben angeregt wissen, als zum halb ehrfürchtigen, halb schreckerstarrten Verstummen.

Zurück im Schreiballtag ist dies allerdings ein völlig undenkbare Option, nicht zuletzt, weil ich auf der Buchmesse nebst all dem "Erdrückenden" auch einige sehr erfreuliche Neuigkeiten erfahren habe - über nun feststehende Veröffentlichungstermine, beeindruckende Katalogauftritte und mögliche neue Projekte. Ich werde Ihnen in den nächsten Wochen nach und nach davon berichten - in jedem Fall gibt es viel Anreiz, nicht zu schweigen, sondern ungerührt weiter zu erzählen, Geschichten nämlich, die trotz aller Vielfalt und Masse selbiger, so einzigartig sind wie jeder Autor letztlich auch.


12. Oktober

Sprachspiele

Meine - an dieser Stelle beklagten - Computerprobleme sind behoben: Sowohl mein "Haupt"-, als auch mein Reiselaptop funktionieren wieder tadellos - nicht zuletzt, weil ich in diversen Computerforen Rat gesucht habe und auf diese Weise ein sprachliches Paralleluniversum kennengelernt habe. Denn die Experten, die sich dort über Betriebssysteme, Software und Programme austauschen, tun dies meist in einer für Laien völlig unverständichen Sprache: Manchmal verstand ich von zehn Sätzen gerade mal ein Wort.

Trotz aller Anstrengung: Ich finde es faszinierend, immer mal wieder in ein nicht meiner Art spezifisches "Sprachspiel" einzutauchen, in ein System oder Milieu sozusagen, das mir fremd ist und in dem ich mich erst müsham zurechtfinden muss. Das ist ein wenig wie in einer fremden Stadt U-Bahn fahren - was wiederum, so Gehirnforscher, die Synapsenbildung, ergo die Intelligenz und Kreativität mehr anregt als jedes SUDOKU oder Kreuzworträtsel.

Um geistig nicht einzurosten, nicht in der eigenen Suppenschüssel oder - etwas elitärer ausgedrückt - im eigenen Elfenbeinturm zu verharren, um seinen Horizont zu erweitern und neue Impulse zu bekommen, bedarf es manchmal nicht nur der Anregung durch das Fremde, sondern sogar durch das Befremdende. Was für mich als Romanautorin die Kommunikation mit Computerprofis ist, mag für den Opernliebhaber ein Rammsteinkonzert sein, für den Hochliteraten die Lektüre der BUNTEN, für den eingefleischten Single ein Nachmittag im Kindergarten, für den Autofreak ein Museumsbesuch, für den Naturwissenschafter ein Lyrik-Abend - sprich: eine Tätigkeit, die eigenltich nicht zum eigenen Leben, zum eigenen Milieu, zum eigenen Sprachspiel, ja, zu den eigenen Vorlieben passt und gerade deswegen Denk- und Sprachgewohnheiten auf den Kopf stellt.

Mit Intelligenz, Bildung, ja Weisheit verhält es sich m.E. nämlich ähnlich wie mit der Mode: Ein guter Stil wird meist nicht jenem Fashion-Victim nachgesagt, das sich von Kopf bis Fuß nur mit einem Designer kleidet, sondern jenem, der gekonnt und mutig, neugierig und experimentierfreudig, weltoffen und unprätentiös den Mix aus Haute-Couture und H & M wagt.


7. Oktober

Neues Design

Zwei Aufgaben beschäftigen mich in dieser Woche: Zum einen gehe ich das - mittlerweile lektorierte - Manuskript von Saga Nr. 1 durch - inklusive einiger nostalgischer Gefühlsanwandlungen, weil dieser Arbeitsschritt ja meist den endgültigen Abschied vom Roman-Baby bedeutet, ehe es seinen Weg in dieWelt (der Leser) beschreiten wird.

Zum anderen erfordert die wachsende Anzahl an Pseudonymen ein paar Umstrukturierungen auf meiner Homepage, die - wie Sie sehen - im Zuge dessen auch ein leicht verändertes Desgin erhalten hat. Zumindest hoffe ich, dass Sie es sehen. Falls nicht, dann seien Sie gewiss, dass ich in den nächsten Tagen diverse Mängel à la fehlerhafte Links zu beseitigen versuchen werde. Übrigens: Da diese Homepage künftig nicht nur Julia Kröhn, sondern auch meine diversen Pseudonyme "beherbergt", lässt sie sich auch über die neutrale Domain "www.autorenalltag.de" ansteuern. Eigene Homepages für die Pseudonyme samt entsprechender Verlinkung zu dieser hier folgen ebenso in Bälde.


4. Oktober

Schreibtypen

Georges Simenon, der berühmte Autor, dessen Todestag sich kürzlich zum 20. Mal jährte, behauptete von seinem Schreibverhalten: "Ich schreibe schnell, weil ich nicht den Gehirnschmalz habe, langsam zu schreiben."

Ich persönlcih finde mich in diesem Zitat sehr gut wieder. Ich will zwar nicht mit einemniedrigen IQ kokettieren, habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass ich einen Roman umso fließender erzählen kann, wenn der Fluss, auf dem er daher kommt, ein wilder, reißender ist und nicht alle paar Kilometer von einem Wasserkraftwerk gestoppt wird. Auch wenn ich zwischen den einzelnen Romanphasen gerne mal Pausen einlege - das Schreiben selbst ist bei mir ein tranceähnlicher Prozess, bei dem meine Finger in enormem Tempo über die Tastatur huschen. Dass auf diese Weise ein ziemlich großer Output zustandekommt, ist ein positiver Nebeneffekt dieses Schreibverhaltens - anderen Autoren anraten möchte ich es dennoch nicht in jedem Fall. In meiner Zunft gibt es nämlich die unterschiedlichsten Schreibtypen, und es wäre fatal, jemandem eine "artfremde" Arbeitsweise aufzudrücken - genauso wie es kontraproduktiv ist, einen bekennenden Berg- und Wanderurlauber zu einem Malediven-Aufenthalt zu überreden.

Dies nun aber sind in meinen Augen die drei wesentlichen "Autorentypen" (Mischformen sind natürlich möglich):
- Zum einen gibt es da den "Geschichtenerzähler am Lagerfeuer": Das ist ein Autor, der seine Geschichte zwar gründlich vorbereiten und strukturieren mag, doch hat er erst einmal sinnbildlich am Lagerfeuer Platz genommen, wird er den neugierigen Zuhörern seine Geschichte in einem Fluss erzählen. Er wird nicht stottern, nicht zu lange nachdenken, sich nicht ständig korrigieren oder mehrmals von vorne beginnen, sondern sich unbeirrt am roten Faden entlanghandeln. Somit gleicht er einem Schauspieler, der ungerührt mit der zweiten Szene fortfährt, selbst wenn er bei der ersten einen kurzen Texthänger hatte.
- Zum zweiten gibt es den "Tüftler": Anders als der Lagerfeuertyp geht dieser nicht völlig im Erzählfluss auf und riskiert damit manch missglückte Formulierung oder suboptimalen Cliffhanger. Vielmehr setzt er sehr bedächtig, sehr konzentriert Satz vor Satz. Der jeweils zweite wird eben erst dann geschrieben, wenn der erste absolut "stimmt". Der Erzählprozess ist ein ungleich langsamerer, stockenderer und detailverliebter - dafür aber ist zuletzt jedes Wort wie in Stein gemeißelt.
- Zum dritten gibt es den "Streicher" - und damit meine ich jetzt keine Cellisten oder Kontrabassisten, sondern Autoren à la Stefan Zweig, die von sich behaupten, sie müssten tausend Seiten schreiben, um am Ende 100 zu erhalten. Sprich. Die sehr vieles, sehr schnell und das meiste davon aus dem Bauch heraus schreiben, dieaber im 2., 3., 4. oder gar 5. Durchgang große Teile ihres Textes wieder in die Tonne kippen und ihr Buch immer wieder neu konzipieren.
Anstelle von "Streichern" könnte man sie auch als "Try-and-Error-Typen" bezeichnen, als Autoren also, die erst den "falschen" Roman schreiben müssen, um am Ende den "richtigen" zu erhalten.

Darauf, dass es nur diese und nicht weitaus mehr Typen gibt, will ich mich nicht festlegen. Möglich ist selbstverständlich auch, dass sich im Laufe des Lebens das Schreibverhalten ändert. In jedem Falle aber gilt es, absolut wertfrei auf diese Klassifizierung zu blicken. Viele Wege führen nach Rom - und auf all diesen Wegen kann man sich verirren und das Ziel verfehlen. Sprich: Auf besagte Arten sind wohl schon unsäglich gute und unsäglich schlechte Bücher zustande gekommen. Am Ende muss sich jeder Autor dafür rechtfertigen, was er geschrieben hat - nicht wie er es getan hat.


Blogbeiträge September 2009

Blogbeiträge August 2009

Blogbeiträge Juli 2009

Blogbeiträge Juni 2009

Blogbeiträge Mai 2009

Blogbeiträge April 2009

Blogbeiträge März 2009

Blogbeiträge Februar 2009

Blogbeiträge Januar 2009

Blogbeiträge Dezember 2008 

Blogbeiträge November 2008


Blogbeiträge Oktober 2008

Blogbeiträge September 2008

Blogbeiträge August 2008

Blogbeiträge Juli 2008

Blogbeiträge Juni 2008


Blogbeiträge Mai 2008

Blogbeiträge April 2008

Blogbeiträge März 2008

Blogbeiträge Februar 2008

Blogbeiträge Januar 2008

Blogbeiträge Dezember 2007