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Blogbeiträge November 2009


30. November

Leah Cohn

Vorhang auf...für eine weitere meiner Autorenidentitäten. Nachdem Carla Federico - zumindest schon mal in den Sphären des World Wide Web - das Licht der Welt erblickt hat, ist es Zeit, hier nun auch Leah Cohn näher vorzustellen, nicht zuletzt, weil ich seit wenigen Tagen das bereits fertige Leseexemplar in Händen halten darf: Es ist - wie der tolle Coverentwurf bereits erhoffen ließ - traumhaft schön geworden, und es macht mich besonders stolz, dass es mein erstes Hardcover ist.

Dass Leah Cohns Roman in Österreich spielt, habe ich schon im letzten Blogeintrag erwähnt - dass er "Der Kuss des Morgenlichts" heißt, gebe ich nun an dieser Stelle bekannt. Alle weiteren Informationen erhalten Sie auf der Hompage: www.leahcohn.de.
Auch die Rubrik "Bücher" auf dieser Homepage wurde neu gestaltet - und ist (vorerst) komplett.

Wie schon beim "Land der Feuerblume" können Sie sich auch hier die Vorschauseiten im aktuellen Verlagskatalog ansehen: http://www.fischerverlage.de/page/aktuelle_vorschauen (einfach auf die Krüger-Scherz-Vorschau clicken und zu den Seiten 36-41 blättern).


27. November

Hallstatt

Jede einzelne meiner Autorenidentitäten steht nicht nur für ein bestimmtes Genre, sondern auch für einen je eigenen Schauplatz, an dem die Romane angesiedelt sind. Bei meinen Historischen Romanen ist es (mit Ausnahme von "Engelsblut") Frankreich, bei den Familiensagas Chile, und der Caravaggio-Roman von Katharina Till spielt in Italien. Meine österreichische Heimat habe ich bis vor kurzem sträflich vernachlässigt (auch hier bildet "Engelsblut" die Ausnahme) - doch Leah Cohn repräsentiert sozusagen den patriotischen Teil meiner Seele: Ihr Roman, der an dieser Stelle - noch - als "Projekt: Aurora" fungiert, spielt (nebst Salzburg) großteils im oberösterreichischen Hallstatt.

Da ich bekanntlich gerade am zweiten Teil arbeite, habe ich in den letzten Tagen eine kleine Recherchereise dorthin unternommen - und die richtige Zeit gewählt, um das Weltkulturerbe mal ganz frei vom üblichen touristischem Trubel zu erleben. Selten waren die Gässchen so ausgestorben, der See im fahlen Licht so schwarz, das Beinhaus (wo die berühmten Totenschädel der Hallstätter gelagert werden) mal ohne Eintrittskarte zu besichtigen. Die geheimnisvolle, archaische, morbide Atmosphäre dieses Ortes, die mich überhaupt erst dazu inspiriert hat, hier meinen ersten Mystery-Roman anzusiedeln, kommt Ende November erst richtig zum "Blühen" (wobei das angesichts der kahlen Bäume wohl das falsche Wort ist). In jedem Fall geht es derart mit Eindrücken angereichert nun schwungvoll weiter im Text. Anbei gibt es - wie immer von meinen Recherchereisen - ein paar Fotos.


25. November

Vorschau

Vor kurzem habe ich hier im Blog von Carla Federicos Vorschauseiten im aktuellen Tb-Katalog von Droemer-Knaur geschwärmt. Auf der Homepage des Verlags gibt es nun einen Link zu dieser Vorschau: http://www.droemer-knaur.de/presse.
Einfach rechts auf den Link "Knaur Taschenbuch Frühjahr 2010" clicken - Carla Federicos Auftritt finden Sie auf den Seiten 56 bis 61.


22. November

Einst und jetzt

Wenn ich bei Lesungen meine Mittelalter-Romane präsentiere, habe ich stets das Gefühl, dass sich das Publikum für jene Details am meisten interessiert, bei denen sich das einstige Leben vom jetzigen sehr stark unterscheidet. Wenn z.B. davon die Rede ist, dass der mittelalterliche Mensch auch mal Eichhörnchen aß, die Frau als verkorksten und weitgehend intellektlosen Mann betrachtete und sein Leben lang nie das eigene Dorf verlassen hat, so ertönt meist ein halb schockiertes, halb fasziniertes Raunen.

Auch ich finde es spannend, die Unterschiede in Alltagsloeben und Mentalität zu beschreiben. Noch spannender ist es für mich aber herauszustellen, dass der mittelalterliche Mensch mit dem der Gegenwart durchaus manches gemein hatte. Wenn ich an meine "Gefährtin des Medicus" denke, war es mir z.B. ungleich wichtiger, den Fokus auf sehr modern anmutende Aspekte der mittelalterlichen Chirurgie zu lenken anstatt die damaligen Ärzte als ziemlich unwissende, tumbe Schlächter darzustellen. Ich wollte nicht zuletzt jene Felder der Medizin benennen, wo damaliges Wissen unserem jetzigen Welt- und Menschenbild nicht eklatant hinterherhinkt, sondern ihm erstaunlich nahekommt - u.a. bei der antiseptischen Wundheilung des Henri de Mondeville.

Dass man beim Blick aufs Mittelalter und generell auf die vergangen Epochen nicht das Befremdende, Verstörende, Andere in den Vordergrund stellen sollte, sondern das Einende, Gemeinsame, Vertraute ist auch die Meinung des französischen Mediävisten Robert Fossier. Ich lese gerade dessen Buch "Das Leben im Mittelalter", das den Alltag und die Mentalität des einfachen Mannes beschreibt und bin im Vorwort auf ein m.E. so zutreffliches Zitat gestoßen, dass ich es an dieser Stelle ohne weiteren Kommentar einfach wiedergeben möchte:

"Natürlich bin ich mir bewusst, dass es in den verschiedenen Epochen Unterschiede im Alltag, im Denken und in den Moden gibt. Aber wenn man den Menschen, den von gestern wie von heute, in seinem normalen Leben betrachtet, wird er zu einem Säugetier, das auf zwei Beinen geht und Sauerstoff, Wasser, Kalzium und Proteine braucht, um auf seinem aus Eisen und Nickel besehenden Planeten zu überleben, der zu Zweidritteln von Salzwasser und zu einem Drittel von eienm uferlosen Grün bedeckt ist, in dem sich Milliarden weiterer Arten tummeln. Als solcher interessiert mich der Mensch. Und zehn oder zwölf Jahrhunderte können daran nichts ändern."


17. November

Im Land der Feuerblume

Da das Buch mittlerweile auf der Homepage des Verlags zu finden ist und man es auch bei diversen Online-Anbietern wie Amazon vorbestellen kann, will ich heute eines meiner Pseudonyme lüften. Dass ich demnächst auch unter dem Namen Carla Federico veröffentlichen werde, habe ich hier auf meiner Homepage schon erwähnt - nun verrate ich auch den Titel des Buchs (in meinem Blog stets als Saga 1 bezeichnet), das im Juli 2010 bei Droemer-Knaur erscheint: "Im Land der Feuerblume". Alle weiteren Informationen erspare ich mir jedoch an dieser Stelle und verweise auf die neue Homepage dieser Autorenidentität: www.carlafederico.de.


10. November

Interessante Lektüre

Mein letzter Bericht aus der "Schreibwerkstatt" liegt schon eine Weile zurück - darum ist diesbezüglich wohl mal ein kurzes Update angebracht: Aktuell sieht mein Arbeitsalltag als Autorin so aus, dass ich am Vormittag in meine Rolle als "Leah Cohn" schlüpfe und am zweiten Teil von "Projekt Aurora" schreibe. Am Nachmittag erfolgen erste Recherchen für ein neues Romanprojekt, über dessen genauen Inhalt ich in dieser frühen Phase freilich noch nichts verraten möchte. Auch die Frage, welche meiner Autorenidentitäten diesmal zum Zug kommt, soll vorerst unbeantwortet bleiben. In jedem Fall ist beides äußerst spannend, erfüllend und beflügelnd. Und für beide Projekte - darauf freue ich mich besonders - stehen noch vor Weihnachten zwei Recherchereisen an.

Wenn ich nicht gerade arbeite, lese ich im Moment sehr viel - u.a. mit großer Begeisterung "Hiobs Bürder" von Rebecca Gablé. Ungeachtet dessen, dass sie zu meinen HR-Lieblingsautorinnen zählt, finde ich es faszinierend, welche Protagonisten sie in den Mittelpunkt ihres aktuellen Buchs stellt: Nämlich eine Gruppe geistig und körperlich Behinderter. Zum einen reizt mich das Thema an sich - denn mit der Frage, wie die mittelalterliche Gesellschaft mit Psychopathen, Epileptikern, siamesischen Zwillingen, Menschen mit Down-Syndrom usw. umging, habe ich mich noch nicht ausführlich beschäftigt. Zum anderen freut es mich, dass sich die "Grand Dame" des Historischen Romans nicht scheut, "beschädigte" Protagonisten zu Sympathieträgern zu machen - ungeachtet des sich (nicht zuletzt in manchen Autorenkreisen) hartnäckig haltenden Gerüchts, dass das bei Lesern nicht gut ankommt und sich selbige nur mit makellosen Helden ohne Fehl und Tadel identifizieren können.


5. November

Ein langer Weg

Die letzten Bücher, die von mir erschienen sind, habe ich mehr oder weniger in einem Rutsch geschrieben. Ihre Entstehung war ein homogener Prozess in einem klar begrenzten und überschaubaren Zeitraum. Früher war das anders: Für Romane wie "Die Chronstin" oder "Engelsblut" habe ich mehrere Anläufe gebraucht. Es gibt diverse Urfassungen, zwischen denen viele Jahre, ja, sogar Jahrzehnte liegen. Auch ein weiteres Buch von mir - mein Caravaggio-Roman "Sünde" - hat einen ziemlich langen und abenteuerlichen Weg hinter sich. In dieser Woche erscheint er - und ich will die Gelegenheit nutzen, diesen Weg noch einmal Revue passieren zu lassen, was die normale Länge meiner Blogeinträge ausnahmsweise mal sprengt.

Es war im Jahr 2001, als eine neue Romanidee begann Formen anzunehmen: Es sollte diesmal ein Krimi werden (ein bis dahin unerprobtes Genre für mich), als Schauplatz wählte ich Rom, und im Mittelpunkt würde die junge Kunsthistorikerin Ricarda Weiss stehen, die in einen Mordfall hineingezogen wird. Erste Notizen machte ich auf Zugfahrten - auf dem Weg zu meinem ersten Pratikum bei einer Fernsehproduktion -, und manche Szenen, die damals entstanden, hatten leicht autobiographische Züge: Ricarda ist eine gut ausgebildete Wissenschafterin, die aufgrund der dramatischen Ereignisse den "akademischen Elfenbeinturm" verlassen muss - ein Lebensgefühl, das ich damals nach Studium und längerer Tätigkeit an der Uni teilte. Viel Zeit zum Schreiben hatte ich während des Praktikums natürlich nicht, aber das änderte sich bald, bekam ich doch gleich nach dessen Abschluss ein dreimonatiges Literaturstipendium vom Land Schleswig-Hosltein verliehen, das ich in dem ehemaligen Kloster Cismar an der Ostsee verbrachte. Sehr zügig entstand dort die Rohfassung des Romans - und blieb erstmal liegen, Kurz nach Ende des Literaturstipendiums übersiedelte ich nämlich nach Frankfurt und das Leben in einer bis dahin völlig fremden Stadt sowie der Beginn meines journalistischen Volontariats absorbierten zunächst fast sämtliche meiner kreativen Kräfte.

Etwa ein Jahr verging, die Lust am Schreiben drängte wieder auf ihr Recht - und ich startete einen neuen Anlauf: Vieles an dem Mansukript, dessen Arbeitstitel übrigens "Holdes Bild" lautete, gefiel mir überhaupt nicht mehr, sodass ich es einer grundlegenden Überarbeitung unterzog. Doch auch deren Ergebnis war nicht zufriedenstellend: Es hakte einfach, was den Mordfall und sein Motiv anbelangte. Irgendwann ließ ich die Arbeit an "Holdes Bild" einfach ruhen und wandte mich einem anderen Projekt zu - dem späteren "Engelsblut". Das hatte drei Konsequenzen: Zum einen fand ich mit diesem Buch erstmals einen Großverlag - die Veröffentlichugn bei Random House stellt den Auftakt meiner professionellen Autorenkarriere dar. Zum zweiten wurde mir klar, dass ich künftig schwerpunktmäßig mit historischen Stoffen arbeiten wollte. Und zum dritten beschäftigte ich mich in dieser Zeit stark mit Caravaggio, hat dessen Bestreben, die Menschen schonungs- und kompromisslos, ja ganz wahrhaftig mit all ihren Schwächen zu malen manche Parallele mit der Arbeit meines fiktiven Samuel Alt, dessen Proträts wenig charamant, aber eben sehr authentisch sind.

Kurz nach Abschluss von "Engelsblut" kam mir darum die zündende Idee, was ich aus meinem Rom-Krimi machen könnte: Ich würde ihn um einen historischen Handlungsstrang erweitern - und den Kriminalfall um das jahrhundertealte Geheimnis eines Caravaggio-Gemäldes ranken lassen.

 

Eifrig stürzte ich mich nun zunächst auf den historischen Strang, später auf die Überarbeitung der Gegenwartshandlung, und nach einigen Monate war "Das Geheimnis der Kurtisane" fertig und wurde mit einem Verlagsvertrag belohnt. Danach konnte die Arbeit an der "Chronstin" starten - die der "Kurtisane" allerdings bald in die Quere kam, wurde die Veröffentlichung letzterer zugunsten ersterer nämlich erstmals vom Verlag zurückgestellt: Schließlich waren dicke Mittelalter-Romane damals gerade in Mode gekommen. Auf "Die Chronistin" passte später dann besser "Die Regentin", "Die Tochter des Ketzers", "Das Geständnis der Amme" usw. Caravaggio & Co. hatten vorerst das Nachsehen - zumindest bis mir im letzten Jahr aufging, dass 2010 der 400. Todestag dieses ebenso genialen wie exzentrischen Künstlers begangen wird.

Nicht nur ich war der Meinung, dass dies der optimale Erscheinungstermin für das Buch wäre, das nun freilich unter Pseudonym erscheinen sollte und das ein letztes Mal umgetauft wurde - kurz und prägnant in "Sünde", stellt das vertuschte Geheimnis des Gemäldes in den Augen manch religiöser Zeitgenossen doch eine eben solche dar. In der Zeit, die seit Abschluss der letzten Fassung vergangen war, habe ich mich als Autorin freilich weiterentwickelt, sodass ich im letzten März das Manuskipt noch einmal einer letzten Überarbeitung unterzog. Und nun also erblickt das Buch endlich das Licht der Welt, und ich hoffe, dass Caravaggio, Isotta, Nino, Marzia, Ricarda, Frater Elias, Maurizio und wie die Protagonisten alle heißen nach ihrem sehr langen Weg ins (Roman-)Leben viele Leser in den Bann ziehen werden!


2. November

Die Saga

In diesen Woche bewege ich mich zwar in ganz anderen "Romangefilden" (in welchen genau, verrate ich hier demnächst) - aber heute gibt es einen Anlass, mal wieder ganz tief in die Welt meiner Familiensagas einzutauchen, die unter dem Pseudonym Carla Federico erscheinen werden. Am Text gibt es vorerst nichts zu tun - das Lektorat von Saga 1 ist abgeschlossen, Saga 2 liegt bei meinen Testlesern -, doch ich bekam heute die Vorschauseiten des Verlags zum ersten Band zu sehen...und bin schlichtweg überwältigt.

Zum einen ist das Cover, das ich zwar schon mal zu sehen bekommen habe, das aber noch leicht verändert wurde, unglaublich schön geworden ist und zeigt nun auch den Originalschauplatz des Romans. Zum anderen bekommt das Buch einen ganz tollen Auftritt - mit sechs Katalogseiten, einer Positionierung als Spitzentitel und einer großen Werbekampagne, die eine Buchpremiere in "db-mobil" umfasst. Da ich viel mit der Bahn unterwegs bin, diese Zeitschrift gut kenne und auf die Buchpremieren immer besonders neugierig bin (nicht selten habe ich aufgrund einer überzeugenden Textprobe einen Roman gekauft) ist das eine ganz, ganz große Ehre für mich.

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