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Blogbeiträge März 2010


30. März

Neuer Werkstattbericht

In der letzten Woche war ich zwecks einer neuen N24-Ethik-Produktion mehrere Tage in Köln - die Pausen zwischen den Aufzeichnungen wurden selbstverständlich genutzt, um am Roman weiterzuarbeiten. Was diesen anbelangt habe ich wieder mal die Persönlichkeit "geswitcht" - nach Abschluss des Feinplottings für Teil 1 der historischen (und Kröhnschen) Trilogie steht nämlich jetzt die Überarbeitung der im Januar abgeschlossenen Rohfassung von Leah Cohns Mystery 2 (Arbeitstitel: "Der Kuss der Abendsonne") auf dem Plan.

Es ist - wie der Titel verrät - eine unmittelbar Fortsetzung vom "Kuss des Morgenlichts" und damit für mich schriftstellerisches Neuland. Zwar habe ich auch bisher schon Fortsetzungen geschrieben - "Die Gefährtin des Medicus" knüpft an "Die Tochter des Ketzers" an und Chile-Saga Nr. 2 an "Im Land der Feuerblume" - doch bei diesen Büchern standen jeweils neue Protagonisten (nämlich der Nachwuchs der bisherigen) im Mittelpunkt. Ganz anders nun in diesem Roman, das ich aus der Perspektive der gleichen Ich-Erzählerin schreibe, in dem viele Hauptprotagonisten aus Band 1 erneut eine tragende Rolle spielen und auch das Setting - die Gegend um den Hallstättersee - ein altvertrautes ist.

Zugegeben: Es ist für mich eine große Herausforderung, einerseits die ohnehin schon komplexe Handlung mit nicht mit zu viele Erklärungen zu überfrachten, aber andererseits einem potenziellen Leser, der Band 1 nicht kennt, genügend Informationen über die Vergangenheit der Protas und die Welt der Nephilim zu vermitteln. Insbesondere die ersten fünfzig Seiten verlangten mehr Kopfarbeit (vor dem Schreiben) und Feilen (nach dem Schreiben) als andere Romane, wo ich ganz unbekümmert in medias res gehen konnte.


24. März

Produktivität

Ich schreibe bekanntlich sehr viel und sehr schnell - Tendenz sogar noch steigend. In mancher Augen mag diese Produktivität Ausdruck von Leidenschaft und Professionalität sein - andere mögen skeptisch unken, dass man sich auf diese Weise als Autor nicht nur verbrennt, sondern obendrein Gefahr läuft, geistlose Fließbandarbeit abzuliefern.

Ich sehe das zunächst etwas anders - als ganz normal nämlich, dass Johann Lafer schneller ein Schnitzel bäckt als der Hobby-Sonntags-Koch und dass das Lafer-Schnitzel wahrscheinlich besser schmeckt. Weil der prominente Fernsehkoch aufgrund seiner langjährigen Küchenerfahrung nunmal über ungleich mehr Routine verfügt.

Ich gebe allerdings zu, dass es vielleicht gerade diese Routine ist, die abeschreckt - ob beim Gottesdienst, beim Sex oder eben auch in Sachen Kreativität. Diese Kreativität wird bekanntlich gerne als numinose, magische, faszinierende Macht betrachtet, die den Geist erfüllt, ohne sich von selbigem dirigieren, sprich: erzwingen zu lassen. Die den Künstler wie aus dem Nichts überkommt und ihn an den Schreibtisch zwingt, wo er, ansonsten eher der mittelmäßige, im Rausch das Geniale schafft.
(Solche Sternstunden sind natürlich zeitlich begrenzt.)

Ich verstehe die Sehnsucht nach einer solchen Macht - für mich gleichzusetzen mit der Sehnsucht danach, beschenkt zu werden, ohne etwas zu leisten. Die Sehnsucht danach, zehn Kilo abzunehmen, ohne auf Low-Carb zu setzen und sich am Fitnessgerät abzustrampeln. Die Sehnsucht danach, mittels eines kurzen Vampirbisses plötzlich viel schneller rennen zu können als Usain Bolt. Die Sehnsucht, zufällig an der Kinokasse die Liebe seines Lebens zu treffen, anstatt in Partnerbörsen des Internets mühevoll nach dem Prinz unter den Fröschen zu stöbern.

Ja, ich verstehe diese Sehnsucht, sage aber auch in preußischer und protestantischer Manier (obwohl ich weder das eine noch das andere bin): Wer seine Traumfigur halten will, muss für gewöhnlich etwas dafür tun. Vampire gibt es nur in der Fantasie. Und auf die Liebe auf den ersten Blick folgt bestenfalls ein Beziehung, und jede Beziehung ist harte Arbeit. Harte Arbeit wiederum - ganz großväterlich, spießig und unromantisch dahergesprochen - hat noch niemandem geschadet. Auch der Kreativität nicht. In der zu schwelgen kann natürlich schön wie ein Tanz sein. Aber so ein Tanz ist eben auch schweißtreibend, strapaziert sämtliche Muskel und erfordert viel Training, bei dem das Motto "weniger ist mehr" ganz sicher nicht gilt. Klar, wenn man übertreibt, kann man sich eine schmerzhafte Muskelzerrung zuziehen. Aber wie weit man den eigenen Körper strapazieren kann oder nicht - dafür gibt es keine allgemeingültigen Regeln, das weiß wohl jeder selbst am besten.


21. März

Veröffentlichungen

Die letzten Tage war ich wieder einmal zwecks einer Fernsehproduktion in Köln. Zurückgekehrt in Frankfurt erwartete mich eine nette Überraschung - das erste Belegexemplar von "Im Land der Feuerblume" nämlich. Auf den Markt kommt es zwar erst Mitte Juni, aber schon jetzt werden Leseexemplare an ausgewählte Buchhändler verschickt. Wie jedes Mal ist es sehr ergreifend, sein "Baby" endlich in den Händen zu halten. In diesem Fall ist es ein sehr voluminöses, nämlich fast 800 Seiten dickes Romankind.

Bei aller Freude darüber will ich auch eine andere Publikation nicht verschweigen - auch wenn es sich im Vergleich zum Carla-Federico-Wälzer nur um eine Mini-Veröffenltichung handelt und ich hier auch nicht als Romanautorin, sondern als Theologin tätig geworden bin. In dem Buch "Dimensionen - Wege zum Kreuz" (erschienen beim Don Bosco Verlag) gibt es u.a. auch einen Artikel von mir, in dem ich mich - im Zusammenhang mit der Kreuzwegstation "Jesus wird zum Tode verurteilt" - mit der Figur des Pontius Pilatus auseinandersetze.


16. März

Himmel und Erde

Im ersten Semester meines Theologiestudiums erklärte einer unserer Professoren, was er unter einem richtig guten Theologen verstünde: Selbiger täte gut daran, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen. Aber den Kopf solle er möglichst hoch in den Himmel recken. Würde er sich nur auf eine Disziplin konzentrieren - das Bewahren der Bodenshaftung oder das Schweben in den Wolken - würde er in seinem Beruf letztlich scheitern.

Ich finde, das gilt auch für alle künstlerisch tätigen, kreativen Menschen: So verführerisch es ist, seiner alltäglichen Welt zu entfleuchen und sich, auch wenn der Körper gerade an der REWE-Kassa steht, geistig in einem frühmittelalterlichen Kloster und/oder Schlachtfeld zu tummeln - so tut man um seiner geistigen Gesundheit willen gut daran, zwischen den Höhenflügen immer mal wieder eine Landung in der Realität einzulegen. Ja, der kreative Rausch ist reizvoll, aber manchmal überreizt er auch oder macht - nicht minder wie der mit Alkohol herbeigeführte - erst versoffen und dann verkatert.

Wie aber kommt man nun nach solchen kreativen Exzessen, da man ganz und gar in seiner Romanwelt aufgeht, wieder runter? Mein Rezept diesbezüglich sind die drei "S". Nämlich: Sport, Steuer oder Staubsaugen. Nach einer besonders bewegenden Szene tut es gut, sich den Kopf beim Joggen durchpusten zu lassen. Wenn das Drama einer der Protagonisten dem rührseligen Autor schier das Herz bricht, ist es entspannend, sich an die vierteljährliche Umsatzsteuererklärung zu setzen. Und Staubsaugen verhilft zu einer ebenso brauchbaren Portion an banalem Hier und Jetzt wie wahlweise Kartoffel schälen, Wäsche aufhängen oder Blumen gießen.

Die Putzfrau ab- und die Hanteln anzuschaffen, ergo manische Phasen mit nüchternen zu durchsetzen, scheint mir also in der Tat nicht der schlechteste Rat zu sein: Für Künstler ebenso wie - gerade in diesen Tagen einmal mehr - für Theologen.


13. März

Museumsbesuch

Im Archäologischen Museum in Frankfurt ist zur Zeit die Ausstellung "Die letzten Wikinger" zu sehen: Im Mittelpunkt steht der Teppich von Bayeux, allerdings nicht im Original, sondern in Bildern. Ein Besuch war für mich, die ich mich für dieses Thema bekanntlich brennend interessiere, unerlässlich, doch meine Aufmerksamkeit hat dann weniger der Teppich auf sich gezogen hat, den ich während meiner Frankreichreise im Dezember ja ausführlich vor Ort erforschen konnte, sondern ein Schaukasten der Dauerausstellung.

Gezeigt wurden in diesem Grabbeigaben aus dem Frühen Mittelalter und zwar aus dem Grab eines siebenjährigen Kindes, das offenbar aus wohlhabender Familie stammte. Bis heute ist nicht geklärt, warum sich im Grab von besagtem Kind eine zweite Leichebefand - diese vollständig verbrannt. Starb dieses zweite Kind zufällig zur gleichen Zeit? War es vielleicht gar ein Menschenopfer? Und warum wurde das eine Kind verbrannt und das andere nicht?

So etwas bewegt mich sehr. Zum einen kann m.E. ein Kind gar nicht so lange tot sein, dass man die Trauer seiner Angehörigen nicht über all die Jahrhunderte hinweg förmlich zu greifen vermag. Zum anderen erscheint mir die Vergangenheit als alles andere als tot und stumm, vergessen und vorbei, nichtig und gesichtslos, wenn sie in Rätsel zu mir spricht - dann kreisen selbige inklusive diverser Erklärungsversuche nämlich stundenlang in meinem Kopf und spornen nachhaltig eine höchst lebendige Fantasie an.


9. März

Recherchereise

Gerade stand wieder einmal eine kleine Recherchereise für meine historische Trilogie auf dem Programm: Sie führte nach Dänemark, woher die Protagonistin einer der drei Bände stammt.

Rechercheziel Nr. 1: Ein paar Impressionen von Meer und Küste zur Winterszeit zu bekommen, die es angesichts der niedrigen Temperaturen und hohen Schneeberge überreichlich gab. Die vielen Eisschollen, die auf dem Wasser trieben, schufen eine ganz eigentümliche Atmosphäre - angesichts der wenigen Touristen, die es zu dieser Jahreszeit an die Strände zieht, fühlt man sich fast ein wenig wie am Ende der Welt.

Rechercherziel Nr. 2: Den historischen Backround meines Buchs zu erforschen - u.a. im Wikingermuseum von Ribe, womit Sie schon bedeutend mehr über das Thema meines Buchs wissen als bisher angedeutet.

Rechercheziel Nr 3.: Ein paar "Abenteuer" zu erleben, um diese später im Roman zu verwerten. Spätabends auf einer völlig vereisten Straße unterwegs zu sein, damit rechnen zu müssen, jederzeit im Straßengraben zu landen und das fernab der Zivilisation, lässt in etwa schlussfolgern wie sich meine - zeitweise im menschenleeren Wald auf sich allein gestellten - Protagonisten gefühlt haben mögen. Ebenfalls inspirierend: das eiskalte Ferienhaus zu betreten, bibbernd den Kamin anmachen zu wollen und zu diesem Zweck gerade mal ein letztes Streichholz zur Verfügung zu haben. Da wird das Feuer ungleich kostbarer und schützenswerter!

Abschließend noch ein paar Fotos.


3. März

Nautilus und Hörbuch

In der aktuellen Ausgabe von Nautilus, der Zeitschrift für Abenteuer und Phantastik beschäftigen sich gleich mehrere Artikel mit dem aktuellen Engeltrend. Im Artikel "Engelsbegegnungen - Der Mythos Engel" komme ich als Theologin und ergo als Julia Kröhn zu Wort. In einem anderen - "Zwischen Himmel und Hölle - himmlische Boten in der Fantasy" - geht es um meine schriftstellerische "Zweit-Existenz": U.a. wird hier Leah Cohns Buch "Der Kuss des Morgenlichts" vorgestellt. Nachzulesen sind beide Artikel hier: http://www.abenteuermedien.eu/nautilus/index.html

Mittlerweile kann man auch schon in das Hörbuch vom "Kuss des Morgenlichts" hineinhören: http://www.fischerverlage.de/buch/Der_Kuss_des_Morgenlichts/9783810510747?_navi_area=fv_home&_navi_item=03.00.00.00& (einfach rechts auf den entsprechenden Link gehen).


1. März

Interview

Heute bekam ich Besuch von einer Journalistin der Illustrierten "Maxi". In deren Mai-Ausgabe wird zum alljährlichen Literaturwettbewerb aufgerufen, dessen "Patin" ich bzw. genauer gesagt meine Autorenidentität Leah Cohn dieses Mal ist. In diesem Kontext wird auch mein Buch "Der Kuss des Morgenlichts" präsentiert - inkl. einer Textpassage und eines Interviews mit mir. Letzterem diente heute das ca. zweistündige, sehr interessante Gespräch, das sich um den Roman im Konkreten und mein Autorenleben im Allgemeinen drehte.

Ich bin gespannt auf das fertige Interview und freue mich sehr über so viel "mediale Aufmerksamkeit". Mehr Informationen zu dem Maxi-Artikel erhalten Sie natürlich zum gegebenen Zeitpunkt auch hier.


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