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Blogeinträge Juni 2009

24. Juni

Eine kleine Pause...

...vom Schreiballtag lege ich in diesen Tagen ein. Der Grund: Die Rohfassung von "Projekt Aurora" ist abgeschlossen - und ich werde mich erst ans Feintuning machen, wenn ich das Feedback meiner Testleser eingeholt habe.

Dass dieses Manuskript vergleichsweise schnell die Zielgerade erreichte, liegt an der Länge: Im Gegensatz zu meinen meist ca. 800 Seiten schweren Historischen Romanen, gab es diesmal nur die Hälfte an Textmenge zu produzieren. Das gute Gefühl, auf eine (halbwegs) "fertige" Geschichte zu schauen, ist natürlich dasselbe.Ganz ausgeschaltet bleibt der Laptop bis zum Überarbeitungsdurchgang nicht. Da ich gerade tief in der Materie drin stecke, plotte ich schon mal Band 2 - die Fortsetzung.


19. Juni

Berufsbezeichnung

Immer mal wieder wird in Kollegenkreisen diskutiert, wie man sich als Vertreter der "schreibenden Zunft" legitimerweise tituliert. Sind wir Autoren, Schriftsteller, Literaten, Prosaisten, Schreiberlinge, kreativ Schaffende, Romanciers, Künstler? Von allem ein wenig? Oder etwas ganz besonders?

Ich persönlich bezeichne mich in der Öffentlichkeit grundsätzlich als Autorin, weil das zum einen ein kurzer Begriff ist, obendrein ein so allgemeiner, dass damit auch meine Tätigkeit als Journalistin inkludiert wird, und ein ideologisch neutraler. Insgeheim aber sehe ich eine andere Bezeichnung als die zutreffendste - die der "Geschichtenerzählerin".

Schon als kleines Kind wollte ich werden, was ich nun bin, und wenn man mich fragte warum, kam als Antwort stets: "Weil mir immer so viele Geschichten einfallen."Das ist auch heute noch so. Das Schwelgen in oder Experimentieren mit Sprache, das Sezieren von Charakteren, das Informieren über vergangene Epochen, das Relativieren mancher Sichtweisen - all das ist durchaus Ziel und Antrieb, aber kein Selbstzweck. Es ist der Hauptmotivation untergeordnet - eben Geschichten zu erzählen. Geschichten, die packen, fesseln, berühren, atemlos stimmen, nachdenklich machen, unterhalten. Geschichten, bei denen man wissen will, wie es weitergeht. Geschichten, in denen sehr viel passiert, die unerwartete Wendungen nehmen, die die Protagonisten immer mal wieder in Extremsituationen bringen.

Das ist es auch, was meine nunmehr verschiedenen Autorenidentitäten zusammenhält - jeder einzelnen geht es ums "Geschichtenerzählen".


14. Juni

Nachtrag Meissen

Obwohl schon wieder nach Frankfurt zurückgekehrt, schwelge ich noch in den Eindrücken der letzten Tage. Meissen ist wirklich ein außergewöhnliches Städtchen mit ganz eigenem Flair - und dort an öffentlichen Orten zu lesen war ein Erlebnis.

Am Freitagabend war meine Lesung erst um 21.00 Uhr angesetzt - weswegen die Zuhörer nicht nur die ziemlich blutige Beschreibung eines mittelalterlichen Kaiserschnitts verkraften mussten, sondern auch gefühlte Minusgrade. Respekt, dass sie dennoch durchgehalten haben.

Ungleich wärmer war es bei meiner Lesung am Samstag Nachmittag, bei der es allerdings nicht in die gleichfalls sonnige Provence ging, sondern ins nördlich gelegenere Westfrankenreich. Doch auch auf diese Reise begleitete mich ein sehr interessiertes, aufmerksames Publikum.

Hier noch ein paar "Impressionen" von Meissen:


11. Juni

Auf nach Meissen...

...heißt es morgen. Dort findet in diesen Tagen nämlich ein großes Literaturfest rund um das Mittelalter und die Renaissance statt. (Mehr Infos unter www.literaturfest-meissen.de).Ich freue mich, dort aus zwei meiner Romane zu lesen: Aus der "Gefährtin des Medicus" und dem "Geständnis der Amme". Ein weiteres Highlight für mich: Das Treffen mit diversen Autorenkollegen.


8. Juni

Loreley

Als Kind war Deutschland für mich ein fremdes Land - die Familienurlaube führten in südlichere Gefilde. Einzig zwei Dinge verband ich damit: das "böse" Frankfurt, in dem die arme Heidi von der Alm ganz berg- und großvaterlos leben musste (undenkbar damals, dass ich hier mal meine Heimat finden würde). Und die Geschichte von der blondlockigen Loreley, die die Schiffer am Rhein ins Verderben riss. Mein Großvater hat sie mir oft - nicht zuletzt in Hinblick auf meine eigenen damals noch blonden Locken - erzählt.

Ein Wochenendausflug führte mich nun zu berühmten Aussichtspunkt - und zu der Frage, ob der Naturwissenschafter der natürlich Feind desRomanciers ist.

Die Legende hatte schließlich eine bestimmte Aufgabe: die Häufung  von Schiffsunglücken an der gefährlichen Stelle des Flusses mit einer konkreten Figur zu erklären. Es ging um eine Art Vermenschlichung der Naturgewalten - letztere ein immenses Sammelbecken für die Fantasie, in dem heutzutage nur mehr gähnende Leere klafft. Verglichen mit der Geschichte der blonden Sirene, ist die rationale Ursachenfindung und die Betrachtung der örtlichen Gegebenheiten (Flusstiefe, Steinfall, Strudel, Stromschnellen) ungleich schnöder. 

Viele große Geschichten der Menschheit wurden nur darum erfunden, weil andere Deutungsmodelle (noch) fehlten - und wurden, sobald sich eine bestimmte Faktenlage nicht mehr leugnen ließ, obsolet. Zum Glück gibt es noch so viele Themen, die sich nicht rationalisieren lassen und dem Geschichtenerzähler jede Menge Futter bieten: Die Liebe, der Tod, der Sinn des Lebens...

 


3. Juni

Die Gefährtin des Medicus

In Händen halte ich es noch nicht - aber auf Amazon ist es bereits lieferbar,  und es wird in den nächsten Tagen wohl auch in den Buchhandlung ausliegen: Mein neues Buch nämlich - "Die Gefährtin des Medicus", an dieser Stelle besser bekannt als mein "Provence-Roman". 

Wieder einmal gilt es also stolz die Geburt eines Romankindes zu verkünden - über Monate gehegt, gepflegt, nun der Öffentlichkeit präsentiert, um auf deren Urteil zu harren.

Es ist das erste Buch, dessen Entstehungsprozess in meinem Blog von Anfang an dokumentiert wurde, und  zur Feier des Tages werde ich wieder mal alte Einträge lesen - aus einer Zeit, als viele Szenen rund um die mittelalterliche Chirurgie und die provenzalische Küche, das Kamel des Avignoneser Papstes Johannes XXIII. oder meinen inniglich geliebten Protagonisten Emy, lediglich in meinem Kopf existierten und noch nicht - wie jetzt -  auf Papier.


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