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Blogeinträge Januar 2008

31. Januar 2008

Liebesleben

Es sind diverse Statistiken darüber erstellt worden, wie viele „große Lieben“ es im Leben eines Menschen gibt. In "Post-Sex-and-the-City-Zeiten" (vielleicht sollten wir auch von Prä-SATC-Zeiten sprechen, der Kinofilm steht schließlich noch aus) – nun, in diesen Zeiten also geht man davon aus, dass es mehr als nur die eine gibt. Doch auch wenn Lebensabschnitte und entsprechende Gefährten zahlreich sein mögen – dem Normalverbraucher...äh.... -liebenden werden wohl locker zwei Hände zum Zählen reichen.

Einzige Ausnahme: Die Romanautoren. Denn diese sind keine „Normalliebenden“. Der Schriftsteller an sich verliebt sich öfter als der Rest – nämlich in seine Protagonisten - und das obendrein ohne lästigen Herzschmerz und Trennungsdramen. Es gibt kaum ein schöneres, sehnsuchtsvolleres, verzehrenderes – und zugleich ungemein alltagstaugliches und pflegeleichtes Gefühl wie die Liebe zu seinen Romanfiguren. Denn man wird nicht ständig von der Frage gequält:„Wann ruft er denn endlich an?“

Wohlgemerkt: Auch diese Form der Liebe ist eine Himmelsmacht. Auch hier kann man sich seinen Traummann nicht einfach backen. Plötzlich fängt das Herz bei einem Protagonisten zu klopfen an, der ursprünglich als blasse, kleine Nebenfigur angedacht war. Während der Held der Geschichte einen viel kälter lässt als vermutet. Wer also glaubt, man kann sich so eine Romanliebe einfach wunschgemäß zurechtschreiben, der irrt. 

Hier das aktuelle Ranking meiner Romanlieben: 1. Ray aus „Die Tochter des Ketzers“ 2. Judith aus „Das Geständnis der Amme“ (kleine Bemerkung am Rande: was das Verhältnis von Autor zu Prota anbelangt, sind gleichgeschlechtliche Ausrutscher möglich). 3. Emeric, genannt „Emy“, aus meinem Provenceroman, bei dem ich jedoch - ob des frühen Stadiums, in dem sich das Buch befindet - noch nicht sicher bin, welches Verhältnis sich aus der anfänglichen Verliebtheit tatsächlich entwickeln wird.


29. Januar 2008

Alte Bekannte

Wie hier schon einmal erwähnt, ist mein Provence-Roman die (wenngleich sehr eigenständige) Fortsetzung von der "Tochter des Ketzers". Zwar liegen etliche Jahre dazwischen - die "Tochter des Ketzers" spielte 1284, der zweite Roman setzt ca. 1320 ein. Dennoch bedeutet es, dass ich liebgewonnene Protagonisten neu zum Leben erwecken werde: In erster Linie betrifft das Ray und Caterina. Aber auch Akil wird einen kurzen Auftritt haben, und von Gaspare erfährt man zumindest, wie es nach 1284 mit ihm weiterging.

Für mich ist das eine neue Erfahrung. Alle anderen Romane waren in sich abgeschlossen; die Protagonisten des einen hatten mit denen des anderen nichts zu tun. Nun gilt es, noch einmal ganz tief in Charaktere einzutauchen, die man einerseits bereits in- und auswendig kennt, die andererseits aber über den dazwischenliegenden Zeitraum eine Entwicklung durchgemacht haben, die es glaubhaft darzustellen gilt. Ohne Zweifel ist das eine große Herausforderung. 

Eine Gefahr, die es dabei zu umschiffen gilt: Die alten Protagonisten dürfen den neuen ihren Rang nicht streitig machen, sondern müssen im Hintergrund bleiben und dürfen dementsprechend nur sehr leise Töne anschlagen. Noch habe ich das Gefühl, das ganz gut im Griff zu haben. Mal schauen, wie es funktioniert, wenn ich von der "Plotphase" in die "Schreibphase" wechsle.


27. Januar 2008

Planänderung

Eigentlich wollte ich die letzten Tage des Januars dazu nutzen, einen ersten Überarbeitungsdurchgang an Kinderbuch Nr. 3 abzuschließen. Doch da diesbezüglich wirklich keine Eile besteht - Abgabetermin ist erst im September -, habe ich beschlossen, vorerst mal die Welt des 19. Jahrhunderts zu verlassen und stattdessen wieder ganz tief ins Mittelalter einzutauchen.

Obwohl die Recherche noch nicht ganz abgeschlossen ist, habe ich mittlerweile so viel Hintergrundinformationen gesammelt, dass ich gestern mit dem Plotten meines Provence-Romans beginnen konnte. Konkret schaut das so aus: Zuerst folgt eine Einteilung in grobe inhaltliche Blöcke, dann werden diese immer mehr "verfeinert" - sprich: in einzelne Szenen aufgedröselt. Sobald diese Gliederung halbwegs schlüssig ist, gehe ich systematisch die Entwicklung aller Protagonisten von Szene zu Szene durch, um zu prüfen, ob diese auch rund ist oder vielleicht zusätzliche Szenen nötig sind. Dabei schreibe ich bereit einzelne "Dialogfetzen", hin dun wieder auch prägnante Landschaftsbeschreibungen.

Ist diese Arbeit abgeschlossen, erfolgt der zeitintensivste Schritt: Nun werden nämlich diverse Hintergrundinformationen eingefügt. Ein Beispiel: Heißt es an einer Stelle, dass Alais, Aurel und Emeric zu Abend essen, suche ich in der Datei, in der ich alle Exzerptergebnisse festgehalten habe, nach einer möglichen Mahlzeit und füge dann ein: Linseneintopf mit Roggenbrot. Wenn an anderer Stelle die Protagonisten erstmals Avignon erreichen, überlege ich gezielt, welche Informationen über die Stadt (wie viele Einwohner? welche wichtigen Gebäude? Beschreibung der berühmten Brücke?) ich an dieser Stelle dem Leser vermitteln möchte. Und natürlich geht es an dieser Stelle darum, historische Daten und politische Zusammenhänge möglichst verständlich und unterhaltsam aufzubereiten.

Steht der Plot erstmal auf halbwegs stabilen Beinen, kann ich mehr oder weniger jede Szene "herunterschreiben", ohne mühsam in Büchern blättern und Hintergrundinfos nachschlagen zu müssen. Aber bis dahin dauert es noch etwas: Bis Ende Februar soll das Gerüst errichtet sein - mit dem Schreiben wird dann im März begonnen.


25. Januar 2008

Filmtipp

Der gestrige und heutige Tag standen ganz im Zeichen einer Fernsehproduktion in Köln - nämlich von neuen Filmtipps für Pro7. Das ist ein Kirchenprogramm, das ich nun schon seit vielen Jahren mache: Es geht dabei um einen anderthalbminütigen Trailer zu einem Film, den Pro7 im Hauptabendprogramm zeigt - allerdings nicht, um möglichst viele Zuschauer dafür anzuwerben. Vielmehr geht es darum, aus dem Film eine ethische oder religiöse Botschaft herauszufiltern.

Bei manchen Filmen (z.B. amerikanischen Teenie-Komödien) fällt das schwer - bei anderen Hollywood-Blockbustern hingegen erstaunlich leicht: Denn auch oder gerade Filme wie "Spiderman" triefen nahezu vor Moral, wenn man sie mal genau betrachtet. Das Highlight dieser Produktion war "Gangs of New York" - ein Film, der um das Thema Rache kreist, ebenso grausam wie bildgewaltig inszeniert.

Die Produktion der Filmtipps erfordert viel Kreativität - doch anders als beim Schreiben ist hier  vor allem Teamarbeit (nämlich mit dem Cutter) angesagt. Zugleich - auch das ein wesentlicher Unterschied - steht das Medium Bild bzw. Musik im Vordergrund, nicht so sehr die Sprache. Für mich ist diese Arbeit nicht nur eine schöne Abwechselung, sondern kommt meiner Leidenschaft für Filme zupass. Wäre ich nicht Autorin geworden, wäre bei meinen Wunschberufen Filmemacher oder Komponistin für Filmmusik ganz oben gestanden.


22. Januar 2008

Das Kamel des Papstes

Das wäre doch auch mal ein schöner Romantitel, oder? ;-)
Die Bewandtnis, die es damit auf sich hat: Bei meinem heutigen Recherchemarathon in der Deutschen Nationalbibliothek habe ich u.a. erfahren, dass Papst Johannes XXII. bei entsprechenden Anlässen von Königen und Gesandten reich beschenkt wurde: Mit Schmuck, kostbaren Gewürzen oder eben - so zumindest geschehen bei einem Besuch von Robert von Neapel - mit einem Kamel.

Das lebte fortan allerdings nicht im Papstpalast zu Avignon, sondern in einem eigens gemieteten Haus. Übrigens: Sehr häufig erhielt der Papst auch Ochsen. Ob diese Tatsache - dass es nämlich keine feurigen Hengste, sondern deren kastrierte Artgenossen waren - auf seine zölibatären Lebensweise anspielen sollte?

An diese haben sich ja nicht alle Päpste gehalten - Johannes XXII. allerdings schon. Er legte auf eine strikte Trennung zwischen Klerus und Laien Wert. Frauen durften überhaupt nur das Konsistorium im Erdgeschoss des Palastes betreten, alle anderen Räume waren tabu. Selbst als eine Königin - eine gewisse Clementia - in Avignon einen kurzen Aufenthalt nehmen wollte, schickte der Papst sie lieber schnellstens zu den Dominikanerinnen nach Aix.

Diese "Frauenphobie" brachte einige protokollarische Schwierigkeiten mit sich. Denn hohe Gäste "durften" bei der Begrüßung dem Papst nicht nur die Füße küssen, sondern erhielten danach nicht selten den Freundschaftskuss - als besonderen Ehrerweis und zwar direkt auf den Mund. Bei Frauen musste dieser zweite Teil natürlich entfallen. Ihnen blieben lediglich die Papstfüße. Ob die ein oder andere sich da womöglich gewünscht hat, lieber ein Kamel zu sein???


21. Januar 2008

Eine intensive Arbeitswoche...

...steht bevor. Neben "Feintuning" am Kinderbuch Nr. 3 steht morgen ein ausgedehnter Besuch in der Deutschen Bibliothek bevor. Zum einen will ich noch ein paar Sachen zum 19. Jahrhundert nachschlagen - zum anderen ist weitere  Recherche für meinen Provence-Roman angesagt. Rein "in Gedanken" ist dieser mächtig am Wachsen - der Plot wird immer klarer, einzelne Szenen immer konkreter. Für den Februar ist dann geplant, dieses Konzept zu "verschriftlichen" und die Recherche abzuschließen.

Am Mittwoch freue ich mich auf ein längeres Gespräch mit meiner Lektorin vom Carlsen-Verlag. Wir werden über die ersten beiden Kinderbücher sprechen, die ich mittlerweile abgegeben habe und die sie gelesen hat. Was mich sehr freut: Das erste Feedback war schon mal sehr positiv und zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin! (Ich muss gestehen: Bei einem für mich relativ neuen Genre wie dem Kinderbuch sind Aufregung und Unsicherheit größer als bei der "Historischen-Roman-Routine". Aber gerade das macht es ja so spannend).

Für Donnerstag und Freitag ist dann wieder Brotberuf angesagt: Eine weitere Fernsehproduktion steht auf dem Programm - nämlich "Filmtipps" für Pro7. Von all meinen Tätigkeiten als Redakteurin ist das meine liebste. Mehr dazu erfahren Sie hier an späterer Stelle - einstweilen wünsche ich auch Ihnen einen guten Wochenstart!


19. Januar 2008

Rohbau

Gestern Nachmittag war es so weit. Nachdem ich seit dem 15. Dezember mehr oder weniger regelmäßig daran geschrieben habe, habe ich gestern die Rohfassung vom Teil 3 meiner Kinderbuchreihe fertig gestellt.

So eine Rohfassung lässt sich gut mit einem Rohbau vergleichen: Die Grundmauern stehen; es gibt schon Fenster und Türen und auch ein Dach, damit es nicht mehr reinregnen kann. Aber wenn der "Häuselbauer" an die vielen Arbeiten denkt, bis das traute Heim endgültig repräsentationsfähig ist (Verputzen, Verlegen, Tapezieren, Einrichten...), dann stößt er den ein oder anderen Seufzer aus.

Heute ist auf jeden Fall nicht Seufzen, sondern Entspannen angesagt - mit einem eben erschienen Frankfurt-Krimi, auf den ich schon lange gewartet habe: Die "Partitur des Todes" von Jan Seghers.


17. Januar 2008

Urlaubsstimmung...

...kam gestern Abend auf, als ich nach erledigtem Tagespensum diverse Internet-Artikel über die Geschichte des Königreichs Mallorca las. In meinem Provence-Roman gibt es schließlich einen kurzen Ausflug auf die Insel: Meine Heldin wird nicht nur dem damaligen (überaus frommen) Regenten Philipp begegnen, sondern überdies allerhand Gefahren auszustehen haben, wenn Mauren von Granada die Insel überfallen.

Bei den vielen Fotos, die auf den entsprechenden Seiten zu sehen waren - u.a. von der Kathedrale La Seu oder  dem Castell Bellver, die Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet wurden - reifte natürlich der Wunsch, augenblicklich dort hinzufahren und alle Originalschauplätze vor Ort zu erforschen.

Doch die geplante Recherchereise hat noch zu warten - sie ist erst für Mai geplant. Etwas früher geht's in die Provence, nämlich Anfang April. Bis dahin ist leider nur der deutsche (oder bestenfalls österreichische Winter) angesagt.


16. Januar 2008

Tagespensum

Die Rohfassung meines Kinderbuchs Nr. 3 nimmt mittlerweile erfreuliche Maße an. Ein richtig fetter Klops so wie meine Historischen Romane wird es - zielgruppenbedingt - natürlich nicht. Aber mittlerweile hat es soviel an Gewicht zugelegt, dass ich mit Fug und Recht behaupten kann: Jetzt geht's langsam in die Endphase.

Das ist meistens auch die Zeit, da ich - die Ziellinie knapp vor Augen - schon mal das Tagespensum verdopple: Üblicherweise sind es 1.500 Wörter, die ich mir als tägliches Pensum an "Schreibtagen" vornehme (ca. 5 Buchseiten). Nicht selten werden 2.000 daraus. Und wenn alles so richtig gut läuft, erreiche ich auch mal die "3.000er-Marke". Mal schauen, wie groß die Motivation in den nächsten Tagen ist. "Brotberufs"-Termine gibt es (nach diversen Produktionen) vorerst mal keine - nur Kleinkram, der von Zuhause aus dank Internet zu erledigen ist. Und auch die Provence-Recherche steht fürs erste mal hinten an.

Sollte freilich nächste Woche der Zeitpunkt sein, die freudige  "Geburt" zu verkünden, geht die Arbeit erst richtig los. Denn dann muss das Neugeborene durch inbrünstige Hege und Pflege  präsentationsfähig gemacht werden. Und alle frischgebackenen Mütter wissen, wie viel schlaflose Nächte das kostet...


13. Januar 2008

Joggen und Schreiben

Was diese Themen anbelangt, so bin ich eigentlich nur in einem kompetent, dem Zweiteren. Aber dass die beiden eins gemeinsam haben, weiß ich auch als Fast-Nichtsportlerin: Es ist nicht in erster Linie nur die Leidenschaft, die zur regelmäßigen Ausführung der beiden Tätigkeiten treibt, sondern die Macht der Gewohnheit und ein gehöriges Maß an Disziplin. 

Am heutigen Sonntag ist die Lust, das tägliche Pensum zu erfüllen, zum Beispiel denkbar gering. Wer sich allerdings jedes Mal, wenn er die Jogging-Schuhe zubindet, fragt, ob ihm die Laufeinheit überhaupt Spaß macht und es nicht doch besser ist, auf der Couch zu lümmeln, wird am Ende nicht zum Marathon antreten. Und wer nur dann Zeilen in den Computer hackt, wenn er sich von der Muse geküsst fühlt und dem kreativen Rausch entgegenhechelt, wird’s nie zu einem Roman bringen.

Obwohl Kunst gerne mal als Produkt besonderer kreativer Sternstunden angesehen wird, so zeigt die Realität, dass diese Sternstunden – mit SEHR viel Glück – vielleicht fünf Prozent des zeitlichen Aufwands ausmachen, den es für ein Buch braucht. Der Rest ist Arbeitsalltag, zu dem ein gewisses Maß an Automatismus ebenso gehört wie Überwindung.

Das Joggen habe ich wieder aufgegeben (da war die Selbstdisziplin doch nicht so groß) – aber: An klassischen "Schriftstellertagen" greife ich gleich nach dem Aufwachen zum Laptop und schreibe - noch im Bett und ohne Kaffee - mindestens 500 Wörter. Wissenschaftliche Untersuchungen, ob sich Kaffeegenuss oder dessen Mangel auf die Qualität des Schreibens auswirken, ob also die fünfhundert Wörter VOR oder NACH der Tasse Kaffee hochwertiger sind, gibt es noch nicht ;-)


11. Januar 2008

Unter Zeitdruck...

...bin ich oft kreativer als an "Mußetagen" mit jeder Menge Gestaltungsfreiheit. Denn obwohl es anders geplant war, konnte ich auch im Verlauf der letzten zwei "Brotberufstage" mein Autoren-Ich nicht ganz in Zaum halten. Das Ergebnis: Gestern habe ich zwischen diversen Aufzeichnungen und auf der Zugfahrt nicht nur mein Tagespensum fürs Kinderbuch in den Laptop gehauen, sondern obendrein auch ein neues Exposé verfasst (nämlich über eine Buchidee, die mich - auch wenn es absolut nicht spruchreif ist, ob daraus jemals eine Veröffentlichung wird - seit einigen Wochen gepackt hält).

Was lässt sich daraus schließen? 
Möglichkeit 1: Ein begrenztes Zeitbudget erfordert mehr Konzentration. Dadurch werden Kräfte - und ergo auch besonderer Ideenreichtum freigesetzt -, die (anders als beim eher gemächlich dahinlaufenden Arbeitsalltag) sogenannte "Sternstunden des Schreiben" ermöglichen.

Möglichkeit 2: Der - hier schon mal angesprochene - Workaholismus nimmt mittlerweile bedrohlich krankhafte Züge an. In dem Fall hilft wohl nur noch ein Abnehmprogramm à la Weightwatchers. Dort vergibt man für jede Mahlzeit Punkte - und wenn die vorgesehene Zahl aufgebraucht ist, darf man nichts mehr essen. Für die Autorin könnte es heißen: Du darfst nur so und so viel Zeilen schreiben - und dann ist Diät angesagt. Allerdings bedarf es für jede Suchtbehandlung die Einsicht des Betroffenen. Und was diese anbelangt, befinde ich mich wohl auf ähnlich mangelhaftem Level wie zur Zeit die arme Britney Spears.


8. Januar 2008

Fernsehproduktion

In den nächsten Tagen wird's an dieser Stelle eine kurze Blog-Pause geben. Der Grund: Ich bin mal wieder "brotberuflich" unterwegs. Es geht nach Köln, wo nach einem letzten Briefing heute Abend ab morgen neue Folgen der Talkshow "Um Gottes Willen - N24 Ethik" mit dem Kapuzinerpriester Bruder Paulus aufgezeichnet werden. Ich begleite diese Sendung schon seit vielen Jahren redaktionell und bin auch diesmal gespannt auf die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Showbranche, die Bruder Paulus empfangen wird.

Auch nächste Woche stehen weitere Termine auf dem Programm - u.a. eine Produktion für ein Internetformat. An solchen "journalistischen" Tagen komme ich natürlich nicht zum Schreiben - ich nutze dafür höchstens die Zugfahrten. Aber vielleicht bleibt in den Produktionspausen ein wenig Zeit zum Lesen weiterer Rechercheliteratur.  


7. Januar 2008

Vorlaufzeiten

Anlässlich eines Eintrags in diesem Blog bin ich danach gefragt worden, und ich will an dieser Stelle auch gerne darauf Antwort geben: Warum ich nämlich jetzt schon mit Hochdruck an meinen Kinderbüchern schreiben würde, wenn das erste doch erst 2009 erscheinen und die anderen voraussichtlich im Jahrestakt folgen würden?

Zum einen sind in der Verlagsbranche lange Vorlaufzeiten üblich. Die meisten Bücher sind längst fertig, ehe sie das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Mein erster Roman "Engelsblut" war zum Beispiel schon im Frühling 2004 abgeschlossen - erschienen ist er dann im Juli 2005. Von vielen Kollegen habe ich gehört, dass es oft noch länger dauert, so an die zwei bis drei Jahre. Für den Erfolg eines Buches ist es oft hilfreich, wenn es dem Verlag schon länger vorliegt: Dann ist es z.B. den Vertretern, die das Manuskript u.U. vorab bekommen, schon gut bekannt, ehe es in den Buchhandel geht. Die Abgabetermine meiner Kinderbücher sind darum alle für dieses Jahr festgelegt worden.

Zum anderen ist es immer gut, wenn ein Buch - ähnlich dem Hefeteig - vorerst mal rastet. Ein Buch fertig zu schreiben und es schon am nächsten Tag ins Lektorat zu geben, kann sehr problematisch sein, weil man zu diesem Zeitpunkt oft "textblind" ist, also keine Distanz zum Geschriebenen hat. Hat man hingegen zeitlich "Luft", kann man sich einige Wochen mit etwas anderem beschäftigen und dann mit neuem Blick zum Manuskript zurückkehren, um es zu überarbeiten. Darum sei betont: Im Moment entstehen "nur" Rohfassungen - von "fix und fertigen" Büchern kann noch nicht die Rede sein.


6. Januar 2008

Medizin...

...wäre für mich ein interessantes Studium gewesen, wenn Kopf, Herz und Seele nicht schon von der Leidenschaft „Schreiben“ besetzt gewesen wären. Dafür waren die Abschlüsse in Philosophie, Geschichte und Theologie dann doch dienlicher. Dennoch: Die Affinität für medizinische Themen wird nicht nur in meiner Vorliebe für TV-Ärzteserien sichtbar (wohlgemerkt, eher der Marke „Emergency room“ und „House“ statt „Schwarzwaldklinik“), sondern momentan auch in meinen Büchern. 

Mehrfach schon erwähnt wurde an dieser Stelle meine Beschäftigung mit der mittelalterlichen Chirurgie für meinen Provence-Roman. Darüber hinaus ist momentan viel Lektüre über Ignaz Semmelweis angesagt – jenen bekannten Mediziner des 19. Jahrhunderts, der die Ursachen des Kindbettfiebers aufdeckte. In Zeiten, wo man nichts über Bakterien und Viren wusste und Medizinstudenten direkt von der Leichensektion kommend und ohne sich die Hände zu waschen Gebärende untersuchen, fielen dieser „Seuche“ massenhaft Frauen zum Opfer. 

Der dritte Band meiner Kinderbuchreihe, an dem ich gerade schreibe, spielt in dieser Zeit und berichtet vom Kampf einer Hebamme, die ähnlich weitblickend wie Ignaz Semmelweis von den Gefahren mangelnder Hygiene wusste, jedoch von ihrer bornierten Umgebung für verrückt erklärt wird. Meine Heldin, die aus der Gegenwart in diese Zeit reist, hat alle Hände voll zu tun, um ihr beizustehen.


4. Januar 2008

Historienfilme...

...locken mich immer ins Kino. Ob "Gladiator" oder "Königreich der Himmel", ob "King Arthur" oder "Troja" - nichts davon habe ich verpasst, manche Filme sogar schon mehrmals gesehen. 

Erstaunlicherweise verzeihe ich den prachtvollen Hollywoodschinken auch das, was sich ein Roman bei mir nicht leisten darf: Manche historische Ungereimtheiten, ja sogar grobe Fehler um der Dramaturgie willen. Hauptsache, Bildsprache und Musik sind bombastisch und mitreißend!

Umso besser natürlich, wenn sowohl die pompöse Inszenierung stimmt, man aber als Historiker auch noch was dazu lernen kann: Wie zum Beispiel bei dem Film "Elizabeth" mit der - für mich zur Zeit weltbesten Schauspielerin - Cate Blanchett in der Titelrolle. Zwei Mal habe ich diesen Film gesehen - und mich schon lange auf die Fortsetzung "Elizabeth - The golden Kingdom" gefreut, die vor zwei Wochen ins Kino kam.

Heute ist dieses Abtauchen in die Tudor-Zeit endlich fest eingeplant. Neben Cate Blanchett bin ich vor allem auf Clive Owen in der Rolle des Sir Walter Raleigh sehr gespannt...


2. Januar 2008

Neujahrsvorsätze

Grundsätzlich stellt Silvester für mich keine so große Zäsur statt, um mich davon zu guten Vorsätzen anstiften zu lassen. Klassische Bestrebungen à la "gesünder essen" oder "mehr Sport betreiben" versuche ich eigentlich immer umzusetzen: Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg - ganz gleich, in welchem Monat des Jahres wir uns befinden.

Doch wenn ich mir für das kommende Jahr etwas wünschen soll (und zwar solcherart, dass ich selber zur Erfüllung dieser Wünsche beitragen kann und diese nicht nur in den Händen des "Schicksals" liegen) so sind es folgende drei Dinge:

1. Ich möchte mehr lesen - und zwar nicht nur "berufsbedingt". Bücher wälze ich wahrlich genug, aber gerade wenn es um Rechercheliteratur  oder um Werke meiner Genre geht, steht oft ein professionelles Interesse dahinter. Nicht selten kommt dabei Lektüre, die nichts anderem als der eigenen Freude  und keinem neuen Romanprojekt dient, zu kurz.

2. Ich will als Autorin nicht ins "Hamsterrad" des Schreibens geraten, sprich: blindwütig von einem Projekt zum nächsten hetzen. Dass in diesem Jahr viel Arbeit ansteht, ist grundsätzlich wunderbar und auch erfüllend - aber dazwischen möchte ich mir etwas mehr Zeit zum Atmen, Kreativsein und Genießen lassen als noch 2007.

3. Ich will manche Prioritäten neu setzen - und das betrifft vor allem meine Präsenz in diversen Autorenforen des Internets. Der Austausch mit Kollegen ist für mich zwar unglaublich bereichernd: Nicht nur, dass man dadurch nicht der Gefahr verfällt, sich im eigenen stillen Kämmerlein einzuschließen. Obendrein erfährt man wichtige Informationen über die Verlagsbranche. Und dennoch hält diese Form der Kommunikation auch viele Gefahren bereit: Man verrennt sich nicht selten in Diskussionen, die letztlich nur von Angesicht zu Angesicht konstruktiv zu führen sind. Darum will ich die positiven Seiten des Internets nutzen - mich aber dort zurückziehen, wo der Diskurs ärgerlich oder kränkend werden könnte.


Blogbeiträge Dezember 2007