Startseite

Bücher Biografie Blog Presse FAQ Termine Links

Kontakt


Blogeinträge Februar 2009

27. Februar

Schreibdemenz

Im letzten Blogeintrag habe ich noch geprahlt, dass der Autorenberuf klüger, weil gebildeter macht. Nun muss ich wohl kleinlaut zugeben, dass auch gegenteiliger Effekt möglich ist. Das Phänomen der "Stilldemenz" ist ausreichend erforscht - ich hingegen könnte mich als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen, wenn es darum geht die "Schreibdemenz" zu studieren.

In besonders intensiven kreativen Phasen neigt mein Gehirn nämlich zu peinlichen Aussetzern. So geschehen erst heute morgen, als ich - mitten in einem Text steckend - den Knopf der Kaffeemaschine drückte, ohne dass auch eine Tasse darunter stand. Die Milch, die nicht im Kühlschrank landet, sondern im Geschirrschrank, wäre das Alternativbeispiel.

Was den Arbeitsprozess noch mehr erschwert als solche Missgriffe im Alltagsleben, sind die schwarzen Löcher, in denen beim Nachdenken regelmäßig die Wörter verschwinden. Der Satz, der eben noch ausformuliert im Kopf war, lässt sich dann plötzlich nicht mehr aufschreiben.

Im Normalfall ist bei nachlassender Leistung wohl Gehirntraining angeraten - ich glaube aber, dass meine passende Therapie eher Gehirnentrümpelung heißt. Vielleicht tun mir die kleinen, grauen Zellen auch den Gefallen - vergessen ratzfatz wieder, was ich hier kürzlich noch über Schafe wusste und lernen stattdessen wieder, Kaffee zu machen. ;-)


24. Februar

Schafe

Im steten Wechsel von Ideenfindung, Recherchieren, Plotten, Schreiben, Überarbeiten sind nun mal wieder die Recherchen dran (für Band 2 der Saga). Den heutigen Tag verbringe ich darum in der Deutschen Nationalbibliothek. 

Es gibt Themen, mit denen ich mich auch ohne konkreten Roman beschäftigen würde - diese meist geschichtlicher, theologischer oder philosophischer Natur. Und es gibt Themen, die völlig an mir vorbeigehen würden, wenn mich nicht gezielte Recherche für ein Buchprojekt triebe. 

Um Zweiteres dreht sich heute alles: Nachdem ich schon bei Band 1 meine landwirtschaftlichen Kenntnisse auffrischen konnte, erfahre ich heute alles Wesentliche über die Schafzucht. Ob ich im Stall tatsächlich eine geeignete Hebamme wäre, bezweifle ich - rein theoretisch weiß ich jetzt aber, dass man den Geburtsvorgang des Muttertiers unterstützten kann, indem man abwechselnd, jedoch nie gleichzeitig an einem der Beinchen zieht. Diese kommen bei einer normalen Geburt nämlich immer zuerst (je nachdem ob Vorend- oder Hinterendlage die Vorder- oder Hinterbeinchen).

Falls Sie also je daran gezweifelt haben, dass die Schriftstellerei ein ungemein vielseitiger Beruf sei - hier ist der Beweis dafür ;-)


21. Februar

Multipel

Nicht nur mit Saga Band 2 und der lektorierten "Gefährtin" werde ich in den nächsten Wochen zu tun habe, sondern auch mit der gründlichen Überarbeitung eines Romans, der im nächsten Winter bei btb erscheinen wird. 

Falls Sie jetzt vergebens die Blogeinträge der letzten Monate durchforsten und sich fragen, wann ich den geschrieben haben soll - nun, das ist schon länger her, fast vier Jahre. Bis jetzt bekamen immer die Mittelalterromane  Vorrang; jetzt wurde entschieden, dass dieses Werk doch noch das Licht der Welt erblicken darf - nämlich unter Pseudonym. Das literarische Multi-Tasking der nächsten Wochen wird mich folglich endgültig zu einer multiplen Autorenpersönlichkeit machen ;-).

Kurz ein paar Andeutungen: Zwar gibt es einen historischen Strang - ich werde meinem Genre also nicht ganz untreu -, aber im Zentrum steht eine Krimihandlung in der Gegenwart. Deswegen hat anstelle vom üblichen "Die ...in" auch ein Ein-Wort-Titel das Rennen gemacht. Und es geht um meinen absoluten Lieblingsmaler - und eines seiner Gemälde...
Für den Rest müssen Sie sich nun aber gedulden.

Ich freue mich, noch einmal in diese Geschichte eintauchen zu dürfen - und sehe mich gleichzeitig die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn ich auf manch dilettantische Passagen stoßen werde. Nichts macht die Wegstrecke, die man zurückgelegt hat, deutlicher als offensichtliche (Schreib- und Dramaturgie-)Fehler früherer Werke.


16. Februar

Musicals

Ich bin ein großer Fan von Musicals. Ob nun Evita oder Mozart!, Elisabeth oder Tanz der Vampire, das Phantom der Oper oder Jekyll&Hyde - ich habe sie alle gesehen oder zumindest gehört. Vielleicht schlägt hier meine österreichische Seele durch: Dem "Operetten-Land" sagt man ja eine gewisse Vorliebe für die leichtere Musik nach.  

Was mich nebst eingängiger Melodien besonders fasziniert: Wie in den Libretti komplexe Lebensgeschichten, Persönlichkeits- und Beziehungsstrukturen auf eingängige Songtexte heruntergebrochen werden. Nicht immer gelingt das meisterhaft - aber viele Refrains bringen doch gut auf den Punkt, was die jeweiligen Protagonisten antreibt. "Ich gehör nur mir", singt da die eigenwillige Kaiserin Elisabeth; "Was wir nicht hassen, das lieben wir nicht" die blutdürstigen Vampire; und mit einem schlichten "I'd be amazingly good for you" besiegelt Evita ihre (Zweck-)Gemeinschaft mit Peron.

Wenn ich meine eigenen Romanfiguren besser kennen lernen will, greife ich oft und gerne auf diese Methode zurück: Ich komponiere ihnen  am Keyboard nicht nur ein eigenes Musikthema, sondern schreibe den jeweiligen Song dazu. Natürlich sind die meisten Charaktere viel zu ambivalent und vielseitig, um sie mit diesen wenigen Zeile zu beschreiben. Und doch arbeitet man sich auf diese Weise gut zu jenem Kern im Innersten ihres Wesens, der alles zusammenhält vor.


12. Februar

Die Blogträgheit...

...der letzten Tage darf nicht als Indiz gewertet werden, dass sich auch sonst wenig tut. Das Gegenteil ist der Fall. Die Rohfassung der Saga ist abgeschlossen und liegt fürs erste mal bei den Testlesern. Für den geplanten zweiten Teil (eine Art Fortsetzung) wird indes schon eifrig recherchiert und geplottet. Wie immer ist es berauschend, wenn Protagonisten, die schon seit geraumer Zeit in meinem Kopf wohnen, langsam Fleisch und Blut gewinnen. 

Was in den nächsten Wochen auch bevorsteht ist das Lektorat von der "Gefährtin des Medicus". Das wird dann sozusagen mein letztes "Date" mit Alais, Aurel und Emy und zugleich ein weiterer Trip in die Provence und nach Mallorca - da er nur in der Fantasie stattfindet ein äußerst preiswerter und umweltschonender. 


5. Februar

Pizzabäcker

Ein Pizzabäcker bäckt - besonders zu mittäglichen oder abendlichen Stoßzeiten - eine Pizza nach der anderen: Ist der Käse der einen geschmolzen, ist schon die Schinkenbelegung der nächsten dran. Zwischendurch wird mit kurzem Blickwechsel überprüft, ob's dem Gast auch schmeckt. Oder mal geflucht, wenn der Teigboden zu schwarz geraten ist. Aber ganz sicher wird nicht stundenlang im Kollegenkreis über den Grünton des Ruccola philosophiert.

In anderen Berufen wird ein frisch gelegtes Ei ungleich aufgeregter und ausdauernder begackert. Die  Calzones und Margaritas bereiten dem Pizzabäcker keine schlaflosen Nächte - das veröffentlichte Buch dem Autor aber schon. Viele Autoren tendieren nämlich dazu, mindestens einmal täglich ihren Namen zu googeln oder ihren Amazon-Verkaufsrang zu checken, in Foren stundenlang über Schaffenskrisen oder den richtigen Plot zu diskutieren, von einer Buchhandlung zur nächsten zu rasen, um einen Blick aufs eigene Buch zu erhaschen, oder in oberflächlichen Ein-Satz-Rezensionen ultimative Qualitätsurteile hineinzuinterpretieren. Kurz und gut: Viele Autoren (meine Wenigkeit eingeschlossen) denken sehr, sehr viel nach. Und zwar nicht nur über ihre Geschichten. Sondern wie diese beim Leser ankommen. Und über sich selbst und die eigenen Befindlichkeiten.

Grundsätzlich ist das zu verstehen: An einem Buch "bäckt" man länger als an einer Pizza - es stecken also ungleich mehr Lebenszeit und Herzblut drinnen. Schriftstellerei ist ein einsamer Beruf, der den Austausch unter Kollegen ungemein wert- und sinnvoll macht. Und nein, wir können nicht einfach mal über die Theke lugen, um zu überprüfen, ob der Gast genüsslich unser Produkt verschmaust, sondern müssen mit dem Gefühl leben, dass es irgendwo da draußen eine anonyme Masse an Lesern gibt.

Dennoch: Wie lässt sich das durchaus legitime "Um-sich-selbst-Kreisen" so vernünftig begrenzen, dass keine Egomanie daraus wird? Woraus schöpft man Gelassenheit, so man sie denn nicht von Natur aus mitbringt, sondern sie sich erst mühsam erarbeiten muss?

Mein persönliches Rezept ist zeitliche Begrenzung: Nichts von dem, was oben genannt wurde, ist grundsätzlich verboten - aber ich muss es ja nicht pausenlos und jederzeit machen. Ich gönne es mir ungefähr so oft wie eine Pizza: Mindestens einmal im Monat, maximal zweimal in der Woche. Dann ist wieder gesunde Biokost angesagt.


Blogbeiträge Januar 2009

Blogbeiträge Dezember 2008 

Blogbeiträge November 2008


Blogbeiträge Oktober 2008

Blogbeiträge September 2008

Blogbeiträge August 2008

Blogbeiträge Juli 2008

Blogbeiträge Juni 2008


Blogbeiträge Mai 2008

Blogbeiträge April 2008

Blogbeiträge März 2008

Blogbeiträge Februar 2008

Blogbeiträge Januar 2008

Blogbeiträge Dezember 2007