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Blogbeiträge Dezember 2009

31. Dezember

Berufliche Highlights 2009

Wenn ich auf die größten beruflichen Erfolge 2009 zurückblicke, dann kommen mir natürlich zunächst die ganz offenkundigen in den Sinn, die auch ein Außenstehender sofort als solche bezeichnen würde: Die Veröffentlichung weiterer Bücher ("Die Gefährtin des Medicus" und "Sünde"), der Abschluss neuer Verlagsverträge (meine beiden Mystery-Bände bei Fischer und die historische Trilogie bei Lübbe), die Aussicht auf zwei gut promotete Spitzentitel im nächsten Jahr (Carla Federicos "Im Land der Feuerblume" und Leah Cohns "Der Kuss des Morgenlichts"), erfolgreiche Lesungen (z.B. in Meissen und Delmenhorst, Linz und Niederösterreich).

Doch auch wenn ich mich über jeden dieser "Meilensteine" meiner Karriere extrem gefreut habe und die meisten von ihnen ausgiebig mit Prosecco begossen worden sind - nicht minder bedeutsam sind die leisen, feinen, ganz für mich erlebten Glücksmomente: Augenblicke, da der Beruf als Autorin ausschließlich Berufung ist, eine Geschichte fließt, die eben noch stockte, man das Gefühl hat, einer Figur richtig nahe gekommen zu sein, oder eine sprachliche Formulierung so geglückt ist, dass man sie sich immer wieder vorsagt. Diese Art beruflicher Highlights werden natürlich meist nicht groß gefeiert - dennoch sind sie es, die auf Durststrecken die meiste Kraft geben.
Im Rückblick auf dieses Jahr habe ich mal drei herausgepickt:

1. Beim Plotten von Leah Cohns "Der Kuss des Morgenlichts" war für mich relativ bald klar, dass die beiden Hauptprotagonisten Musiker sein würden - er Cellist, sie Pianistin. Ebenso klar war, dass sie gemeinsam spielen würden. Die Frage war nur: Was? Da ich selbst Klavier spiele, verfüge ich hier über ein nicht unbeträchliches Repertoire an Lieblingswerken, doch welche Stücke es für Klavier UND Cello gibt, war eher unerforschtes Terrain. Ich habe damals unglaublich viel Musik gehört und nichts wollte so recht passen. Bis ich auf Sergej Rachmaninovs Sonate Opus 19 in G-Moll stieß, die eine wirkliche Offenbarung war: Sie gab nicht nur das musikalische "Leitmotiv" meiner beiden Protagonisten vor - während ich sie hörte, konnte ich überdies ganz tief in die Atmosphäre des Romans eintauchen. Auch heute muss ich nur wenige Takte hören und ich bin prompt wieder "drin". Wenn Sie wollen können Sie hier die vier Sätze hören (die Links zu den mp3-Dateien befinden sich ganz unten).

2. Meine historischen Romane sind sich in einer Sache sehr ähnlich: die Zahl der Hauptfiguren ist eine sehr überschaubare. Oft umfasst der Roman zwar einen längeren Zeitraum, aber meist folge ich sehr stark der Perspektive einer Protagonistin. Darum betrat ich gewissermaßen Neuland, als ich die Chile-Saga Nr. 1 schrieb: Obwohl auch hier zwei Protagonisten, das Liebespaar Cornelius und Elisa, klar im Mittelpunkt stehen, kämpfen doch ungleich mehr Protagonisten um ihr Überleben und ihre Bestimmung - nämlich insgesamt über zwanzig, und das über mehrere Generationen und Jahrzehnte hinweg. Ich muss gestehen: Ich hatte ein bisschen Angst vor diesen vielen Handlungssträngen. Doch als ich dann das Buch fertig geschrieben hatte, die Rohfassung bearbeitete und erstmals quasi die Leserperspektive einnahm, kam der Moment, als ich plötzlich wusste: Es hat geklappt. Ich kann es. Da hat sich nichts verknäult und verknotet. Das geht sozusagen "auf".

3. Wieder als Julia Kröhn einen Mittelalter-Text zu schreiben vermittelte mir im Herbst das wunderbare "Coming-home-Gefühl". Doch mein Highlight in diesem Bereich war ein gegensätzliches Erlebnis: Auf einer Fahrt von Caen nach Bayeux während meines Frankreichaufenthalts im Dezember hatte ich einen Zug verpasst und kam deswegen ziemlich spät am Ziel an. Mein erster Weg führte mich zur Tapisserie, um den berühtmen Teppich zu sehen. Als ich das Museum später verließ, war es stockdunkel, die Kathedrale längst geschlossen, die meisten Restaurants ebenso. Doch ich musste eine Stunde auf den nächsten Zug nach Paris warten - eine Stunde in einer fremden, sehr kalten, finsteren Stadt, da ich stets von der Angst begleitet wurde, die Orientierung zu verlieren und nicht mehr zurück zum ziemlich abseits gelegenen Bahnhof zu finden. In diesem Moment habe ich mich etwas verloren gefühlt. Und heimatlos. Und schmeckte plötzlich DAS Lebensgefühl dreier Protagonisten von Trilogie Band 1, die allesamt Vertriebene oder Verschleppte sind. Ich steigerte mich in diese Gefühle richtig rein, ja, versuchte sie sogar noch zu verstärken, um ganz stark in ihre Haut zu schlüpfen - und um am Ende mit dem Gefühl belohnt zu werden: "Jetzt habe ich sie!"


29. Dezember

Geschriebenes 2009

Wenn ich darauf zurückblicke, was ich in diesem Jahr alles geschrieben habe, dann fällt vor allem eines auf: Dass es enorm viel war. Und zwar so viel wie nie zuvor. Das lag zum einen daran, dass meine Einnahmen als Autorin mir erlaubten, diverse journalistische Projekte abzugeben und mich in meinem Brotberuf künftig nur mehr auf zwei Programme, die obendrein im Block produziert werden, zu beschränken. Zum anderen haben die neuen Genres, in denen ich teilweise zum ersten Mal geschrieben habe, meiner Kreativität einen gehörigen Schub verliehen. Und zum dritten war diese Textmenge nicht zuletzt durch das zu erreichen, was nicht besonders aufregend klingt, aber noch in jedem Beruf den größtmöglichen Effekt erbringt: durch viele (in meinem Fall nahzu tägliche) Arbeit. (Bevor Sie sich jetzt Sorgen um mein Privatleben machen - "täglich" heißt jeden Tag, nicht den ganzen Tag...)

Hier nun die Auflistung der entstandenen Manuskripte:
Gleich zu Beginn des Jahres galt es meine erste Chile-Saga "Im Land der Feuerblume" fertig zu schreiben. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie auf 3/4 ihres Umfangs angewachsen. Darauf folgte wenig später die Recherche- und Plotphase des zweiten Teils. Parallel dazu entstanden zunächst Exposé und Textproben von Leah Cohns "Der Kuss des Morgenlichts" - und bevor aus diesen Textproben nach Vertragsabschluss der fertige Roman entstand, war eine gründliche Überarbeitung von Katharina Tills "Sünde" fällig. Im Sommer habe ich dann Chile-Saga 2 fertig geschrieben, gleich darauf die Textproben für meine historische Trilogie, um zeitgleich zur Buchmesse mit dem 2. Teile von Leah Cohns Mystery-Roman loszulegen. Unterbrochen wurde die Arbeit daran von meiner Recherchereise nach Frankreich, wo die Trilogie geplottet wurde (der erste Teil ausführlich, die anderen vorerst nur grob). Danach ging's weiter im Mystery-Manuskript, dessen höchst rohe Rohfassung nun am Jahresende fertig vorliegt.

Ich glaube, zusammenfassend ist nur eins zu sagen: Es ist wohl wieder mal ein Urlaub vom Schreiben fällig, um die Batterien aufzuladen...vielleicht plane ich mal einen ein...spätestens nach den nächsten drei Büchern... ;-)


27. Dezember

Lieblingsbücher 2009

In einem Jahr, in dem so viel passiert ist wie in diesem, fällt es mir schwer, mich bei der traditionellen Bilanzierung kurz zu halten. Ich habe deswegen beschlossen, den Jahresrückblick diesmal in einzelne "Rubriken" aufzuteilen. Als erstes sind meine "Liebslingsbücher 2009" an der Reihe; im Laufe der kommenden Tage folgen weitere Rückblicke.

Bei besagten Lieblingsbüchern haben sich drei klare Favoriten herauskristallisiert:

1. "Gargoyle" von Andrew Davidson:
Hier im Blog habe ich schon einmal eine Hymne auf diesen Liebesroman gehalten, der sämtliche Genregrenzen sprengt, nicht einfach nur unkonventionell, sondern richtig "anarchisch" ist und der zwei Geschichten zusammenfügt, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen passen: die eines selbstmordgefährdeten Verbrennungsopfer und Ex-Junkies mit der einer mittelalterlichen Nonne. Das Buch ist berührend und verrückt, kitschig und zynisch zugleich!

2. "Hitzewelle" von Anne Ragde
Auf einer Reise nach Norwegen habe ich einst begeistert das dort spielende "Lügenhaus" verschlungen, später folgte der zweite Band "Einsiedlerkrebe". "Hitzewelle" stellt nun den Abschluss der Trilogie dar, in deren Mittelpunkt eine norwegische Familie steht, die aus Schweinezüchtern und Hundetrainern, Dekorateuren und Bestattern besteht. Jedes Familienmitglied hat seinen je eigenen "Spleen". Der Blick darauf fällt schonungslos realistisch aus - aber zugleich unglaublich warm. Die Protagonisten sind alle keine Helden, sondern stehen immer knapp davor, an sich oder am Leben zu scheitern - und gerade das macht sie ungemein liebenswert.

3. "Das Geisterhaus" von Isabel Allende
Im Zuge meiner Recherchen für die Chile-Sagas habe ich nach und nach fast alle Bücher Allendes gelesen. Einige kannte ich schon - so auch das Geisterhaus, das ich mir im Herbst noch einmal vornahm. Das erste Mal vor vielen, vielen Jahren habe ich das Buch einfach nur gelesen - diesmal jedoch richtiggehend aufgesogen. Obwohl mir die Handlung vertraut war - damals hatte ich auch den Film gesehen -, hat es mich emotional nicht einfach nur berührt, sondern richtig "umgeworfen". Es war vor allem der Strang rund um den ebenso jähzornigen wie konservativen, engstirnigen wie emotional so hilflosen Patriarchen Esteban Trueba, dessen Härte im hohen Alter langsam von ihm abfällt, die mir Tränen in die Augen getrieben hat.


24. Dezember

Weihnachten

Eine Geschichte, die ich mir zugegebenermaßen nicht selber ausgedacht, sondern auf der Homepage von Daniel Kehlmann gelesen habe, lautet sinngemäß so: Ein berühmter Schriftsteller ist zu Besuch bei einem kranken Freund. Andere Gäste erwarten nun von ihm, dass er ein paar geistreiche Worte für die Genesungskarte beisteuert. Der Schriftsteller verzieht sich ins Nebenzimmer und bleibt dort eine halbe Stunde. Als er wiederkommt steht auf der Genesungskarte: Gute Besserung!
Weil auch einem Wortkünstler wie ihm zu diesem Anlass einfach nichts Besseres einfällt...

Genau so halte ich es heute: ob sie nun ein besinnliches Fest mit Christbaum und Mette und Gans feiern, ob Sie wegen falscher Geschenke und taktloser Bemerkungen den längst fälligen Krach mit der Erbtante vom Zaun brechen oder ob Sie in der Südsee und unter Palmen zum Weihnachtsmannbyokott aufrufen: Ich wünsche Ihnen das Ihnen entsprechende und das von Ihnen so erträumte respektive geplante Weihnachten!


18. Dezember

Mein neuer Historischer

Bei all den Pseudonym-Romanen, von deren Entstehung in den letzten Monaten hier häufig die Rede war, könnte der Eindruck entstehen, dass ich als Julia Kröhn gänzlich verstummt bin. Heute möchte ich diesbezüglich Entwarnung geben - denn dem ist nicht so.

Schon seit dem Spätsommer habe ich parallel zum Tagesgeschäft an meinem neuen historischen Stoff "gebastelt" - und da nun alles in trockenen Tüchern ist, sprich: der Verlagsvertrag unterschrieben ist, kann ich ein bisschen mehr verraten. Eigentlich sollte nicht von einem Vertrag, sondern vielmehr von Verträgen die Rede sein - denn bei diesem Projekt, das ich nach den diversen Vorarbeiten (Exposé, Textprobe und Recherchen) wahrscheinlich im nächsten Februar oder März endgültig angehen will, handelt es sich um eine Trilogie. Die einzelnen Bände sind zwar auch unabhängig voneinander zu lesen, da die Hauptprotagonisten wechseln - doch alle drei Bücher werden mit ein paar wiederkehrenden Gesichtern und einem klaren roten Faden die gleiche wechselvolle Epoche schildern.

Zu dieser sei erstmal so viel verraten, dass ich dem Mittelalter treu bleibe. Angesichts meines Reiseverhaltens der letzten Wochen lässt sich überdies unschwer erahnen, dass der Schauplatz wieder mal Frankreich sein wird. Und wer von meinen speziellen Vorlieben weiß oder sich an ein Versprechen erinnert, dass ich im Schlusswort einer meiner bisherigen Romane gegeben habe, kann das Thema vielleicht sogar noch mehr eingrenzen. Ich hingegen will vorerst nur mehr so viel sagen: Dass der Auftakt der Trilogie vorraussichtlich im Winter 2011 bei Lübbe erscheinen wird - und dass ich mich sehr darauf freue, wieder einmal als Julia Kröhn zu schreiben.


14. Dezember

Von Bischöfen und anderen Gräueltätern

Kurz vor meiner Rückkehr nach Frankfurt stand noch ein Ausflug nach Bayeux auf dem Programm, wo ich mir u.a. den berühmten Wandteppich ansah, der die Eroberung Englands durch William the Conquerer darstellt. Ein Detail der großen Schlacht bei Hasting ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Es zeigt den Bruder des Eroberers, Odo mit Namen und seines Zeichens Bischof. Sein klerikales Amt hält ihn nicht davon ab, sich an der Schlacht zu beteiligen - allerdings nicht mit Speer und Schwert, sondern mit einer Keule. Der Hintergrund des ganzen: Das mittelalterliche Kirchenrecht verbietet den geweihten Männern, Blut zu vergießen. Seinem Feind jedoch - anstatt ihn mit einer Klinge zu durchbohren - mit besagter Keule den Schädel einzuschlagen, wurde als legitime Möglichkeit gesehen, dieses Verbot zu umgehen. Wahrlich erstaunlich, mit welcher Spitzfindigkeit es damaliger Theologie immer wieder gelang, menschliches Leben - trotz gegenteiligen Imperativs des Evangeliums - zu entwerten.

A propos Töten...Kirche....Blutvergießen...Paris...: Wieder zurück in Frankfurt erwartete mich ein Belegexemplar meiner "Chronistin".

Es handelt sich um eine weitere Lizenzausgabe des Buchclubs, der meinen Roman nochmal im Rahmen der Reihe "Mittelaltermorde" auf den Markt bringt. Da keiner meiner Romane so sehr mit der Geschichte der Stadt Paris verbunden ist und ich in den vergangen Tagen an diversen Schauplätzen von Sophias Leben innegehalten habe, könnte mich dieses Buch zu keinem besseren Zeitpunkt erreichen.


10. Dezember

Reisebericht

Da ich hier in Paris über einen Internetanschluss verfüge, kann ich meine urspürnlgich geplante Blog-Abstinenz mal kurz aufgeben und mich mit einem Zwischenbereicht melden: Frankreichs Hauptstadt, laut, geschäftig und weihnachtstrubelig, pumpt voll und aus zugleich. Während stundenlanger Streifzüge durch die Stadt, nehmen künftige Romane Gestalt an. Ein Protagonist hat bei dieser Gelegenheit darum gebeten, umbenannt zu werden und trägt jetzt einen neuen Namen. Bitte sehr. Man will sich mit den Produkten der eigenen Fantasie schließlich gut stellen.

Auf dem Friedhof von Montparnasse stand ich nicht nur am Grab von Charles Baudelaire, sondern einer gewissen Valentine. ER ist der berühmte Poet, SIE bloß eine Unbekannte - doch beschäftigt hat mich letztere ungleich länger. Lebensdaten von Verstorbenen regen stets meine Phantasie an - und die von Valentine taten es ganz besonders. Valentine wurde 1855 geboren und starb 1876. Ein viel zu früher Tod - zwar tragisch, doch in diesem Jahrhundert nicht allzu ungewöhnlich. Was jedoch hinzu komt: Auf dem Grabstein ist nicht nur vermerkt, dass Valentine 1876 (und zwar im Oktober) gestorben ist, sondern obendrein, dass sie im gleichen Jahr (und zwar im Juli) geheiratet hat. Und prompt begann ich zu rätseln, warum diese junge Frau nach drei Monaten Ehe von dieser Welt gegangen ist: Vieleicht war es eine Krankheit, ein Unfall, eine Sepsis infolge einer Eileiterschwangerschaft. Vielleicht aber - so denkt die Schriftstellerin in mir - ist sie von einer Nebenbuhlerin aus dem Weg geräumt worden. Oder von der Schwiegermutter, die eifersüchtig auf Jugend und Schönheit war. Oder gar von ihrem Mann, der sie nur wegen der schnöden Mitgift heiratete und dessen Herz eigentlich einer anderen gehörte. Vielleicht aber war es umgekehrt: Sie liebte einen anderen, musste aber heiraten, um den Vater vorm Ruin zu bewahren und starb am gebrochenen Herzen. Oder weil sie sich in die Seine stürzte. Oder weil sie mit dem Geliebten fliehen wollte, aber von einem ebenso gehörnten wie schießwütigen Gatten mit Gewalt aufgehalten wurde...

Sie sehen also: Inspiration für jedwede Form des Groschenromans bietet Valentine zuhauf... Vor allem aber zeigt sie: Bei mir erwächst Kreativität nicht selten aus Neugierde. Ich stoße auf ein Rätsel, würde gerne die Wahrheit kennen und wenn es keine Möglichkeit gibt, diese zu enthüllen, muss die Fantasie einspringen.

Szenenwechsel: Um nicht nur Großstadtluft zu schnuppern stand vor zwei Tagen ein Ausflug in die Normandie auf dem Programm - genauer gesagt zu einem meiner "Sehsncuhtsorte": die Klippen von Etretat, die schon bei meinem ersten Normandie-Tripp vor mehreren Jahren einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Der mehrstündige Spaziergang verlief nahezu in völliger Einsamkeit - das Gekreisch der Möwen und das dezemberlich archaische Meeresrauschen waren die einzigen Laute, die mich begleiteten - abgesehen vom Pfeifen des schneidend kalten Windes, von dem meine "Winterverpackung" auf folgendem Foto kündet.


4. Dezember

Paris

Ich verabschiede mich an dieser Stelle für die nächsten zehn Tage, denn morgen früh breche ich nach Paris auf. In dieser Stadt habe ich bekanntlich mehrere Monate meines Lebens verbracht; seit längerem war ein neuer, wenn auch kürzerer Aufenthalt dort geplant, und ich freue mich nun sehr darauf, vertraute Orte wieder aufzusuchen.

Diese Unterbrechung des Autorenalltags kommt zur rechten Zeit, denn die letzten Wochen waren doch sehr arbeitsreich: Der zweite Band vom "Kuss des Morgenlichts" alias Leah Cohn ist mittlerweile auf ca. 90.000 Worte angewachsen. Darüber hinaus habe ich etwa 50 Bücher für mein - noch geheimes - neues Romanprojekt gelesen und exzerpiert. Selbigem dienen auch die Reise nach Paris sowie ein paar Ausflügen in die Umgebung, stehen doch diverse Recherchen in Museen und an Originalschauplätzen auf dem Programm. Dennoch: Geschrieben wird nicht, höchstens das ein oder andere notiert - und darum wird das Urlaubsfeeling sicher nicht ausbleiben ;-)

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