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Blogeinträge Dezember 2008

31. Dezember

Jahresrückblick

Da das Schriftstellerleben meist dem Motto "Vor dem Spiel ist nach dem Spiel" unterliegt, sprich: es immer gerade einen Roman gibt, der abzuschließen oder neu anzufangen ist, stellt Silvester keine besondere Zäsur dar.

Dennoch drängt sich an solchem Abend ein kurzer Rückblick auf. 
Als Autorin gehörte 2008 sicher zu meinen bisher produktivsten Jahren. Wenn ich Kinderbuch Nr. 3, meinen Provence-Roman und den bisherigen Teil der Saga zusammenrechne, habe ich insgesamt ca. 1.500 Manuskript-Seiten geschrieben - ein ziemlich dicker (und vor allem schwerer) Stapel. 
Mit der Club-Ausgabe im Januar und dem Taschenbuch im Mai erlebte meine "Chronistin" ein zweimaliges "Revival", und "Das Geständnis der Amme" hat im November erstmals das Licht der Welt erblickt. 

Sorge, dass meiner "Schriftstellerexistenz" die Puste ausgeht, besteht also nicht. In diesem Sinne freue ich mich auf ein herausforderndes, kreatives, arbeitsreiches und erfüllendes Neues Jahr, wünsche Ihnen dasselbe und hoffe, dass Sie mir auch 2009 in diesem Blog hin und wieder über die Schultern schauen.


28. Dezember

Schnöder Mammon

Den obligatorischen Weihnachtswunsch bin ich meinen Bloglesern bis jetzt schuldig geblieben; rückwirkend hoffe ich für Sie natürlich, dass das Christkind möglichst viele Geschenke gebracht hat - bestenfalls in Form von Büchern  bzw. jeder Menge Thalia- oder Hugendubel-Gutscheine, die nun schleunigst eingelöst werden müssen und den Buchhandel ordentlich anheizen.  

Dass ich dermaßen wirtschaftlich berechnende Gedanken hege, anstatt mich der Betrachtung des winterlich angezuckerten Österreichs hinzugeben, hat konkrete Hintergründe. In den letzten Tagen habe ich nicht nur wieder das Schreiben aufgenommen, sondern mich - wie immer notgedrungen am Jahresende - weiterhin in diversen Steuerkram vertieft. 

So lästig es auch ist, die vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung auszufüllen - so erfreulich fiel doch die Erkenntnis aus, dass ich in diesem Jahr als Autorin erstmals mehr Geld als als Journalistin verdient habe, und zwar in einer deutlich fühlbaren Größenordnung. Fortan bin ich also vom Finanzamt legitimiert, mich nicht mehr als  nebenher schreibende Fernsehredakteurin zu deklarieren, sondern als Autorin, die in ihrer Freizeit hin und wieder Filmbeiträge dreht und schneidet ;-)

Auch wenn sich die Freude an meiner Arbeit  eigentlich viel besser in immateriellen Kategorien erfassen lässt - so kann ich doch eine gewisse Befriedigung nicht verhehlen, den eher miesen Durchschnittsstundenlohn von kreativ Schaffenden in der Statistik etwas anzuheben.


21. Dezember

Die ruhigste Zeit des Jahres...

...gestaltet sich für mich tatsächlich sehr entspannt: Die Weihnachtsgeschenke sind allesamt verpackt, die Joggingrunden einsam (weil verregnet und neblig) wie nie, und die Tastatur des Laptops bleibt nun schon erstaunlich lang unberührt (zumindest vom Romanschreiben - Steuerkram, Rechnungen und Musikmeldungen können nicht ganz vernachlässigt werden).

Dass es mich ein wenig in den Fingern juckt, kann ich nicht leugnen - zumal mich vor einigen Tagen ein erstes, sehr positives Feedback zum bisherigen Saga-Manuskript von Seiten des Verlags erreichte. Dennoch bleibe ich eisern beim Vorhaben, erst nach Heiligabend wieder kreativ loszupreschen.

Ich wünsche auch meinen Blog-Lesern einen besinnlichen (Rest-)Advent; im wahrsten Sinn des Wortes also eine "Besinnung" auf sich selbst und das Wesentliche im Leben, was bestenfalls mit einer gewissen Verlangsamung des Alltäglichen einher geht! 


17. Dezember

Termine

Noch ist das alte Jahr nicht zu Ende, da füllt sich der Kalender des neuen schon mit ersten Terminen. Im April 09 wird mich ein Abstecher nach Niederösterreich führen, wo ich - nach langer Zeit wieder mal in meinem Heimatland - das "Geständnis der Amme" präsentieren werde. Weitere Lesungen sind in Planung.

Im Mai findet voraussichtlich die Aufzeichnung von "Auserlesen" statt - einer Literatursendung, die auf Rhein-Main-TV läuft und zu der mich mein Autorenkollege Titus Müller eingeladen hat. Ich freue mich darauf, mal die Seiten wechseln zu dürfen und erstmals nicht hinter (wie in meinem Brotberuf üblich), sondern vor der Kamera zu stehen.


14. Dezember

Weihnachten...

...kann kommen. Zumindest was das bis dorthin angepeilte Schreibpensum anbelangt, das (inkl. kleinem Bonus, der nicht zwingend notwendig war, sondern zur Fleißarbeit gehörte) abgearbeitet ist. Mau schaut es hingegen mit den Weihnachtsgeschenken aus, die nächste Woche noch eilig gekauft werden müssen - hoffentlich in einem nicht zu überfüllten Frankfurt, denn Stress schadet bekanntlich der Kreativität. 

Im Rahmen der Weihnachtseinkäufe werden natürlich auch übliche "Pilgerrunden" in diverse Frankfurter Buchhandlungen stattfinden, die einzige dem Zweck dienen, nach meinem "Geständnis der Amme" Ausschau zu halten. Im Laufe meines Schriftstellerlebens habe ich mir zwar die ein oder andere Neurose und Kaffeesatzleserei abgewöhnt - aber diese exzessive "Eigen-Buch-Beschau" gehört zu den noch nicht ausgetriebenen Lastern.  


9. Dezember

Facetten

Gestern Abend war ich so in meiner Saga vertieft (ich stecke gerade im zweiten Überarbeitungsdurchgang der bislang fertiggestellten ersten Hälfte), dass ich die Schlafenszeit Stunde um Stunde aufgeschoben habe. Wie immer ist es faszinierend, wie sich die einzelnen Szenen zum Großen und Ganzen verweben. Zudem begeistert mich, dass dieses Buch - im übrigen ganz anders angelegt ist als meine bisherigen Romane - mir ganz ungewohnte Facetten meines Schreibens aufzeigt. 

Ein wenig fühlt sich das so an, als würde man sich mit neuer Frisur oder unüblichen Klamotten im Spiegel betrachten und überrascht feststellen: Das bin ja ich! Und das sieht sogar ganz gut aus!

Insbesondere der ordentliche Schuss Humor, der in der Saga steckt, ist  für mich - wenn auch kein völlig neuer - so doch nicht sonderlich ausgeprägter Wesenszug. Spontan musste ich an den Ratschlag meiner Großeltern denken, den sie mir nach meinem ersten Romanversuch mit 14 Jahren erteilten: Schreib doch mal was Lustiges!

Das konnte ich mir damals gar nicht vorstellen, und auch den Hinweis eines wohlmeinenden Lektors, der dieses in Blut, Schweiß und Tränen ersaufendes Werk inspiziert und mir einen etwas "leichteren, gefälligeren Stoff" nahegelegt hatte, schlug ich in den Wind. 

Heute sehe ich das anders. Vielseitigkeit verstehe ich nicht als Beliebigkeit, sondern als Bereicherung. Neues auszuprobieren nicht gleich als grundlegende Neuerfindung der eigenen Autorenpersönlichkeit, sondern als Ausspielen sämtlicher ihrer Schattierungen. 


6. Dezember

Von Zahnärzten und Nikoläusen

Das Bekenntnis, zwar gerne über das Mittelalter zu schreiben, aber nicht in dieser Zeit zu leben, fällt bei mir in einer Situation besonders eindringlich aus: Dann nämlich, wenn ich - so wie gestern - wieder mal auf dem Zahnarztstuhl Platz nehme. Als ich mich während der Recherchen für meinen Provence-Roman mit der mittelalterlichen Chirurgie beschäftigt habe, habe ich ja Verschiedenes zur damaligen Praxis des Zähneziehens gelesen. Noch viel grauenhafter fällt die Vorstellung darüber aus, wenn im Mund der Bohrer kreist (und man dank Betäubung gottlob nichts spürt).

So sehr mir in diesem Bereich ein möglichst authentischer  Blick auf die Vergangenheit erspart  bleiben kann - so bedauerlich finde ich es, dass in anderer Hinsicht diese Vergangenheit so verzerrt dargestellt wird: Am heutigen Nikolaus-Tag sieht man nämlich v.a. den rot-weißen Coca-Cola-Weihnachtsmann herumlaufen und keinen Bischof von Myra. Das finde ich ähnlich ärgerlich wie romantische Walt-Disney-Burgen in Mittelalter-Spielfilmen.


3. Dezember

Blogjubiläum

Vor einem Jahr erfolgte an dieser Stelle mein erster Blogeintrag; dieses Jubiläum spornt  zu einem kurzen Rückblick an. 

Der wesentliche Meilenstein meiner Autorenkarriere, den ich dieser Zeit passierte, war sicher der geglückte Versuch, mir mit der Saga ein drittes Standbein zu schaffen. Aber auch an andere Highlights denke ich gerne zurück - z.B. an die Recherchereisen in die Provence und nach Mallorca, auf die mich der treue Blogleser begleiten konnte.

Was ich persönlich als sehr bereichernd erlebt habe: meinen Alltag als Schreiberling, einzelne Aspekte meiner Arbeit und die großen Themen, die mich umtreiben, regelmäßig zu reflektieren und - anhand der wachsenden Seitenzugriffe - zu erfahren, dass das auch viele andere Menschen interessiert. 

Entsprechend motiviert gehe ich also in ein neues Blogjahr, das gewiss manch neue Einsichten, weitere Reisen und diverse "Karrierenews" bringen wird!


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