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Am
Sterbebett vertraut sich die einstige Amme Johanna ihrem Ziehsohn Balduin
an. Sie gesteht ihm die Morde, die sie vor vielen Jahren begangen hat: aus
vermeintlicher Liebe zu ihm und um den schrecklichen Verrat zu vertuschen,
den sie einst an ihm verübt hat. Mehr als
zwanzig Jahre zuvor erreicht Johanna nach tagelangem Herumirren den Hof
des Grafen von Laon: mit zerrissener Kleidung, blutigen Füßen und einem
Blick, der von unermesslichem Grauen kündet. Ihr Dorf im Norden wurde von
Normannen überfallen, ihr Mann ebenso ermordet wie der neugeborener Sohn.
Graf Robert nimmt sich ihrer an und schenkt ihr eine Zukunft, indem er sie
zur Amme seines Patenkindes macht. Dank des kleinen Balduin scheinen
Johannas Wunden zu heilen. Sie schwört, ihn vor allem Ungemach des Lebens
zu schützen, und verfolgt mit Wohlwollen seine Entwicklung zum
lebensfrohen jungen Mann und tapferen Krieger im Kampf gegen die Normannen.
Doch dann
lernt Balduin die ebenso schöne wie kluge Judith, Tochter von König Karl
dem Kahlen, kennen und lieben. Obwohl
ihnen die Standesgrenzen eine Ehe verbieten, verlieren sie ihr Herz
aneinander. Bei Nacht und Nebel und als Dienstboten verkleidet fliehen sie
vom Königshof – um für ihr gemeinsames Glück fortan einen hohen Preis
zu zahlen: Denn sowohl Kirche als auch König ist diese unstandesgemäße
Ehe ein Dorn im Auge. Mächtige Feinden jagen sie durch ganz Europa. Auch
Johanna gehört zu den Widersachern des
Paares, sieht sie doch in Judith eine Nebenbuhlerin, die ihr den
Einfluss um Balduin streitig macht. Mit allen Mitteln bekämpft sie sie - und
hat nun, in ihrer Todesstunde, an einer schweren Schuld zu tragen...
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